Für mehr Vorfilme im Kino

Einst hat man ihnen Gedichte geschrieben, der deutsche Kabarettist und Lyriker Hans Harbeck etwa reimte verzückt: "Und dann Grotesken, die mit froher Wucht / den Geist der Schwere treiben in die Flucht / und an der Hand von Unsinn immer Siegen / Die Keaton, Chaplin, Schünzel, Pat und Lloyd / Lachpillen in das Publikum gestreut / bringt das älteste Gebälk zum biegen." Heute singt keiner mehr solche Loblieder auf Vorfilme oder die Erfahrung vor dem Film im Allgemeinen.

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Kino-Tipp der Woche: "The Party" von Sally Potter

Die Abgründe, die sich hinter eigentlich ganz harmlosen Zusammenkünften wie einem Abendessen oder einer Feierlichkeit verbergen, sind ja in vielen Filmen der Dreh- und Angelpunkt für sich entspinnende Dramen und langsam entfaltende Beziehungskonflikte. Sally Potters "The Party" bildet innerhalb der Reihe von thematisch ähnlichen Filmen allerdings insofern eine Ausnahme, weil es hier nicht gemächlich, sondern vom ersten Moment an überaus flott zur ...

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Filme

Blind & hässlich

"Blind & hässlich" ist eine Wucht. Jakob Lass hatte 2013 mit "Love Steaks" gezeigt, welche Energie in einem Mumblecorefilm stecken kann; alle Förderpreise des Münchner Filmfests gingen an diesen Film. Sein Bruder Tom Lass schafft nun einen Film von ähnlicher Energie, in dem die Figuren radikal aufeinanderprallen, in dem sich das Leben selbst spiegelt, in dem das Abstruse alltäglich ist, in dem sich jeder wiederfinden kann.

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Das ist unser Land!

Eines der wichtigsten Bücher des diesjährigen Frühjahrs ist "Der Block" von Jérôme Leroy. Hierin erzählt er von zwei Männern, einem Intellektuellen und einem Schläger, die eine Nacht in Paris an verschiedenen Orten getrennt voneinander sitzen und sich an ihre Zeit mit dem "Patriotischen Block" erinnern, einer rechtsradikalen Partei, die mittlerweile von Agnès Dorgelle geführt wird, nachdem sich ihr Vater ins Aus manövriert hat.

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Die Liebhaberin (2016)

Zunächst namenlos ist die Reihe der Frauen, die zu Beginn von Lukas Valenta Rinners "Die Liebhaberin" auftreten. Von der Arbeitsvermittlerin, deren Platz die Kamera einnimmt, werden die Frauen unterschiedlichen Alters vom blinden Fleck des Betrachters aus nach ihrem Wohnort, ihren Referenzen und Erfahrungen befragt, die sie für den zu vergebenden Job als Haushälterin vorzuweisen haben.

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Emoji - Der Film

Es gibt Ideen in Hollywood, bei denen ist eigentlich schon von vorneherein klar, dass sie zum Scheitern verurteilt sind. Eine Verfilmung von „Schiffe versenken“ zum Beispiel. Peter Berg hat es mit „Battleship“ trotzdem probiert. Oder eine Leinwandadaption von „Angry Birds“, die im letzten Jahr vor allem durch den hysterischen Unterton der durch die Luft katapultierten Vögel auf sich aufmerksam machte.

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Die göttliche Ordnung

Es ist das Jahr 1970 und in einem kleinen Schweizer Dorf scheint die Welt in Ordnung zu sein. Nora Ruckstuhl (Marie Leuenberger) lebt mit ihrem Mann Hans (Max Simonischek) und ihren zwei Söhnen in dem beschaulichen Ort, in dem von den gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der 1968er kaum etwas zu spüren ist. Einzig ihre Nichte rebelliert gegen die Eltern und wird als „Dorfmatratze“ beschimpft, weil sie angeblich „jeden ran lassen würde“.

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Blogs



                    
2017 01/08

Die tägliche TV-Schau: Dienstag, 01.08.2017

Warum das wunderbar freie Format des filmischen Essays im öffentlich rechtlichen Fernsehen so spärlich gesät ist, entzieht sich jedem Verständnis. Heute Abend gibt es jedoch mit Little Yellow Boots eine erfreuliche Ausnahme von der Regel zu sehen.

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News

DVD & BLURAY

  • Merry Christmas, Mr. Lawrence (1983)

    Japanische Melodramen: in ihrer Arbeitsweise oft erheblich verborgener als ihre europäischen oder amerikanischen Genregeschwister. Der Konflikt mag sich in einer einzigen Geste verraten oder einem Wort. Der emotionale Ausbruch wird unterdrückt oder findet einen Umweg. Das Kino lehrt, dass dies eine Sache der japanischen Kultur ist, eine Kultur der Vermeidung individueller Regungen, die in Nagisa Ôshimas Klassiker "Merry Christmas Mr. Lawrence" (1983) zum Thema wird.

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  • Power Rangers (DVD)

    Was waren das für herrliche Zeiten damals: Schulranzen in die Ecke, Tamagotchi aus, Glotze an. Monster, Roboter oder andere Bösewichte zerstören die Stadt. Nur fünf oder wahlweise sechs Teenager in bunten Rüstungen können das Unheil noch abwenden. Die Adaption der Power Rangers für die große Leinwand ist in Zeiten der hundertfachen erfolgreichen Verfilmung von Superheldenabenteuern, der Verehrung der 1990er Jahre und der andauernden Vorliebe für gewaltige Roboterschlachten eigentlich eine gute Idee

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  • Why Stop Now

    Talent als Motor des sozialen Aufstiegs und Ausweg aus privater Krise – Phil Dorling variiert in seinem Langfilmdebüt "Why Stop Now" ein altbewährtes Motiv. Die Tragikomödie mit Jesse Eisenberg, Melissa Leo und Tracy Morgan, die 2012 beim Sundance Film Festival lief, erscheint mit etwas Verzögerung auf DVD und Blu-ray.

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