HHhH
HHhH (Himmlers Hirn heißt Heydrich) ist ein historischer Roman des französischen Autors Laurent Binet. Er erschien 2010 und handelt vom Attentat auf den SS-Obergruppenführer, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) und Stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren in Prag, Reinhard Heydrich während des Zweiten Weltkriegs („Operation Anthropoid“).
Erzählt werden die Geschichte der Operation Anthropoid und Teile der Lebensgeschichten Heydrichs und der tschechischen Widerstandskämpfer Jan Kubiš und Jozef Gabčík. Parallel dazu wird der Recherche- und Schreibprozess des Autors beschrieben. Laurent Binet lässt seine Reflexionen in die Handlung einfließen.
Inhaltsverzeichnis
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Laurent Binet: HHhH. Grasset, Paris, 2010. 440 Seiten. ISBN 9782246-76009-2 (Französisch, Originalausgabe)
- HHhH - Himmlers Hirn heißt Heydrich (deutsch)
Im September 2011 erschien im Rowohlt Verlag die deutsche Übersetzung von Mayela Gebhardt.[1] 2012 erfolgte die Veröffentlichung in englischer Sprache, Übersetzung Sam Taylor.[2] 2014 veröffentlichte JPV eine Ausgabe in Island.
Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
2016 wurde der Stoff nach einem Drehbuch von David Farr, Cédric Jimenez und Audrey Diwan unter der Regie von Jimenez verfilmt. Heydrich wird vom Schauspieler Jason Clarke verkörpert. In Frankreich erschien der Film 2017, in Deutschland wurde er 2018 unter dem Titel Die Macht des Bösen veröffentlicht.
Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Lorenz Jäger schrieb am 16. September 2011 in der FAZ: Ein packender Stoff erster Ordnung – in Form einer Doku-Fiction.
Im Deutschlandfunk beschreibt Christoph Vormweg das Lektüreerlebnis auf den ersten 350 Seiten als einem Stop-and-go im Autobahnstau, der den Autor zwingt sich von Jonathan Littell abzugrenzen ... aber natürlich! Warum bin ich nicht früher draufgekommen? Auf einen Schlag sehe ich klar: "Die Wohlgesinnten" sind nichts anderes als "Houellebecq bei den Nazis.[3]
Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- 2010: Prix Goncourt du premier roman (für ein Erstlingswerk)
- 2012: Nennung in der Liste der besten 100 Titel 2012 der New York Times
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Eintrag auf der Internetseite des Rowohlt Verlags
- ↑ Eintrag zu HHhH auf der Internetseite des Verlages Farrar, Straus and Giroux
- ↑ Christoph Vormweg: Das Buch der Woche: Laurent Binet: "HHhH – Himmlers Hirn heißt Heydrich". deutschlandfunk, 2011, abgerufen am 21. April 2017.