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29.04.2026: Die Jahre von 1931 bis 1933 sind nun online!
17.04.2026: Die Jahre von 1952 bis 1955 sind nun online!
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26.01.2026: Die Jahre 1934-1937 sind online!
Der aus den USA stammende „Girls-Day“, welcher in Österreich heuer am 23. April stattfindet, soll Schülerinnen auf Berufsfelder mit niedriger Frauenquote aufmerksam machen. Aus diesem Anlass wollen wir den steinigen, aber erfolgreichen Weg von Frauen an die Universitäten nachzeichnen – Orte des Wissens und Ausbildungsmöglichkeiten, die ihnen lange Zeit vorenthalten waren.
Vor dem späten 19. Jahrhundert finden sich nur vereinzelte Zeitungsmeldungen über „gelehrte Frauenzimmer“ (Churbaierische Intelligenzblätter, 04.04.1772, S. 107), welche als Studentinnen oder Professorinnen an Universitäten im europäischen Raum tätig waren. Im Jahr 1772 wird beispielsweise über den Tod der Universitätsprofessorin der Philosophie sowie Experimental-Physik in Bologna –Laura Bassi – berichtet (vgl. Churbaierische Intelligenzblätter, 04.04.1772, S. 107), welche als erste Professorin Europas gilt. Ein anderer Bericht informiert über die Verleihung eines Doktortitels in Philosophie der Universität Magdeburg an eine Frau Wyttenbach im Jahre 1827 (vgl. K. K. priv. Prager Zeitung, 24.08.1827, S. 2).
Erst gegen Ende des 19.Jahrhunderts nimmt auch hierzulande der Druck von Frauen, an österreichischen Universitäten studieren zu dürfen, zu. In den Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende entscheiden sich daher immer mehr Studienrichtungen dafür, auch Frauen zum Studium zuzulassen. Die Meinung der Öffentlichkeit diesbezüglich ist oft kritisch und sorgenvoll. Einerseits werden studierende Frauen als Bedrohung der im Christentum zugedachten Rolle der Frau im Haus und als "Seele der Familie" angesehen (Oesterreichische Frauen-Zeitung, 01.09.1901, S. 1-2; vgl. Das Vaterland, 05.12.1895, S. 2). Andererseits wird Anstoß an der Teilnahme der Studentinnen an den Traditionen des Studentenlebens genommen, diese würden „die Frauen in ihrer Weiblichkeit schädige[n]“ (Freie Stimmen, 31.12.1910, S. 14). So plädiert ein Artikel 1910 für einen Ausschluss der Frauen von den traditionellen „Kommers“, also von jenen offiziellen studentischen Festen, die zu besonderen Anlässen abgehalten wurden. (vgl. ebd.).
Glücklicherweise finden sich jedoch auch neutrale und gar konträre Meinungen in der damaligen österreichischen Presselandschaft. In der Hausfrauenzeitung wurde 1907 eine hoffnungsvolle Rede auf das Erreichen eines „Markstein[s] in der Geschichte der Gleichberechtigung“ (Wiener Hausfrau, 06.10.1907, S. 1) abgedruckt. Gemeint war hierbei die Zulassung der ersten Frau als Privatdozentin an einer österreichischen Universität. Frau Dr. Elise Richter durfte nun in besonderen Ausnahmefällen an der Universität Wien Vorlesungen im Bereich der romanischen Philologie abhalten (vgl. ebd; Jahresbericht des Vereines für erweiterte Frauenbildung in Wien, 1906/07, S. 3). Ihr mühsamer Weg wird in einem 1935 erschienen Artikel zu ihren Ehren in der Zeitschrift „Die Österreicherin“ nachgezeichnet (vgl. Die Österreicherin, Nr. 3 1935, S. 2).
Trotz einzelner Pionierinnen war die universitäre Laufbahn für Frauen noch lange keine Selbstverständlichkeit. Beispielsweise wird erst 1929, also über 20 Jahre später, eine Frau als Dozentin an der medizinischen Fakultät zugelassen (vgl. Grazer Volksblatt, Beilage ‚6-Uhr-Blatt‘ 21.12.1929, S. 3).
Glücklicherweise stehen Frauen heute dank vieler Vorstreiterinnen alle Berufe mit der entsprechenden Ausbildung offen. Hoffentlich hilft der Blick in die Vergangenheit, sich bei der Ausbildungs- und Berufswahl nicht von gesellschaftlichen Erwartungen oder Normen beeinflussen zu lassen und mutig die eigenen Interessen zu verfolgen.
Die beiden Zitate im Titel stammen aus der Wiener Hausfrau, 06.10.1907, S. 1 und der Oesterreichische Frauen-Zeitung, 01.09.1901, S. 2