Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Tagesnotizen 2017

Ein Besuch im Gutscafé Pohnstorf und Spaziergang nach Karnitz

Herz und Seele des Café Pohnstorf

Nach sehr verregneten Tagen, gab es heute mal wieder richtigen Sonnenschein, und das haben wir gleich genutzt und uns am Nachmittag zu einem Ausflug aufgemacht.

Wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich immer mal wieder kleine Loblieder singe auf die Perlen im mecklenburgischen Hinterland.

Ja, die Küsten sind schön, die Ostsee sowieso, aber Mecklenburg-Vorpommern besteht aus mehr als nur den Küsten. Es hat ein großes Hinterland, und es ist ein Fehler, dieses Hinterland zu ignorieren und nur schnell zu den Küsten durchzufahren.

Heute stelle ich Euch also eine weitere kleine Perle (noch, aber sicher nicht mehr lange, ein Geheimtipp) im Hinterland vor, die es verdient entdeckt und bekannter zu werden.

Wir fuhren nach Pohnstorf, einem winzigen Dörfchen mit knapp 40 Einwohnern, das zwischen Teterow und Neukalen liegt, und besuchten dort das kleine aber feine »Café Pohnstorf«.

Direkt vor der Tür einige Tische mit Stühlen und Sonnenschirm, wo es sich Gäste bereits gut gehen ließen.

Wir betraten das Café und wurden gleich von Sophie Junghans, die seit April das Café führt, in Empfang genommen. Sie ist Herz und Seele des Cafés und nimmt einen mit ihrem Enthusiasmus, ihrer Freundlichkeit und Offenheit gleich für sich und das Café ein.

Zuerst zeigte sie uns, welche frisch gebackenen Kuchen heute zu bekommen waren, und wir wählten unsere Kuchen aus und sagten, was wir gerne an Getränken dazu haben wollten.

Detail aus dem Café Pohnstorf

Während Sophie alles fertig machte, schauten wir uns im Café um und bewunderten die sehr schöne und liebevoll zusammengestellte Einrichtung. Wirklich ein Platz zum Wohlfühlen!

Detail aus dem Café PohnstorfDetail aus dem Café PohnstorfDetail aus dem Café PohnstorfDetail aus dem Café Pohnstorf

Neben dem Haus gibt es noch eine große Rasenfläche, wo im Sommer ebenfalls Tische und Stühle stehen und Gäste natürlich auch draußen im Sonnenschein ihren Kaffee und die köstlichen Kuchen genießen können.

Wir entschieden uns heute aber drin zu bleiben, auch um uns noch etwas mit Sophie Junghans unterhalten zu können. Sie erzählte uns, dass es in der Hauptsache Radfahrer und Wanderer sind, die im Café einkehren, aber auch Einheimische und Gäste, die im gleich gegenüber stehenden Gutshaus Pohnstorf Quartier genommen haben und ihren Urlaub in dieser schönen Gegend verbringen.

Der gute Ruf des kleinen Cafés spricht sich inzwischen herum, und so nimmt auch die Anzahl der Gäste und Besucher zu. Besonders an den Wochenenden füllen sich die Plätze drinnen und draußen schnell.

Nach Absprache ist es möglich im Café kleine Feiern abzuhalten. Erste Geburtstage wurden schon in froher Runde dort gefeiert.

Hin und wieder gibt es auch zusätzliche Angebote, wie zur Zeit die »Italienischen Abende«, an denen die Gäste ein dreigängiges italienisches Menü, natürlich auch mit guten italienischen Weinen, serviert bekommen.

Ich stelle es mir übrigens auch sehr schön vor, im Herbst oder Winter, wenn es draußen schon eher unfreundlich ist, im Cafe Pohnstorf einzukehren und es sich neben dem Ofen bei einem der leckeren Kuchen und heißem Kaffee oder Tee (vielleicht sogar mit einem guten Buch, oder Strickzeug) für einen Nachmittag gemütlich zu machen.

Sophie Junghans jedenfalls hat zusammen mit ihrem Freund, der ebenfalls aus der Gastronomie kommt und als Koch arbeitet (zu ihm wohl demnächst noch etwas mehr!) noch so einige tolle Ideen für die Zukunft in der Hinterhand.

Man darf gespannt sein und sich freuen, wenn man das »Café Pohnstorf«, diese kleine Perle im mecklenburgischen Hinterland, kennt.

Wenn Ihr also das nächste Mal auf dem Weg seid an die mecklenburgisch-vorpommerische Küste oder vielleicht sogar in Waren an der Müritz oder sonstwo in der Mecklenburgischen Schweiz Urlaub macht, macht doch mal einen Abstecher nach Pohnstorf, und lasst es Euch im »Café Pohnstorf« gut gehen!
Ihr dürft Sophie Junghans, dann auch gerne von mir grüßen.

Und nein, ich bin nicht mit Sophie Junghans verwandt oder sonstwie liiert, und wir haben den leckeren Kuchen (Erdbeerkuchen und Schoko-Blaubeer-Walnuss-Kuchen) sowie Cappuccino und frische Rhababerschorle mit Minze selbst bezahlt. Ich erzähle Euch vom Café Pohnstorf aus reiner Begeisterung und Überzeugung. 🙂

Nachdem wir uns dann schließlich fröhlich voneinander verabschiedeten (bis zum nächsten Mal!), machten wir noch einen kleinen Spaziergang hinüber ins nächste kleine Dorf namens Karnitz und genossen dabei die wunderschöne Landschaft.

Ich sage Euch, es ist die reinste Idylle in der man - so wie wir heute - Rehe beobachten kann, die in den Feldern herumspringen und Feldhasen, die auf den sonnenbeschienenen Hängen Fangen spielen und miteinander balgen und überhaupt: hachz!!!

Auf dem Rückweg habe ich noch meinen ersten Neuntöter und meinen ersten Wiesenpieper in freier Wildbahn gesehen.

Mecklenburgische Schweiz zwischen Pohnstorf und KarnitzMecklenburgische Schweiz zwischen Pohnstorf und Karnitz

Öffnungszeiten Café Pohnstorf

Juni bis Ende September:
Dienstag, Mittwoch, Freitag von 12 bis 17 h
Samstag und Sonntag von 12 bis 17:30 h
Montag und Donnerstag : Ruhetag

ab Oktober:
Samstag und Sonntag von 12 bis 17:30 h

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Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Reisen ·Tagesnotizen 2017

Hiddensee

Hiddensee

Nun bin ich schon wieder ein paar Tage zuhause, aber mit den Gedanken immer noch halb auf Hiddensee. Ziemlich spontan und kurzfristig hatten wir noch eine vernünftige und für uns bezahlbare Ferienwohnung für eine Woche ergattern können. Also fröhlich die Sachen gepackt und aufgemacht zu meinem geliebten Hiddensee.

Im Frühsommer war ich bisher noch nie da, und es hat mir ausnehmend gut gefallen. Das lag unter anderem daran, dass ich das erstemal das blühende Hiddensee gesehen habe. Bei meinen bisherigen Aufenthalten Ende des Sommers, blühte zwar die Heide gerade aber ansonsten war überwiegend schon alles verblüht/verbrannt. Diesmal aber stand alles in voller Blüte. Die Hecken aus Hundsrosen, Klatschmohn und Goldmohn, Kornblumen, Schafgarbe alles bunt gemischt, die stattlichen Königskerzen, wilde Malven, und jede Menge blühender Wildblumen und Kräuter mehr. Dazu die vielen blühenden Gräser. Die ganze Insel ist voller bunter Farbkleckse. Einfach nur wunderschön, ein Fest für die Augen!

Fotos habe ich diesmal so gut wie keine gemacht, weil ich nicht ständig auf der Suche nach Fotomotiven sein, sondern einfach nur gucken und genießen wollte. Ansonsten hätte ich vermutlich nur fotografiert, weil alles so schön war und ich im Grunde alle paar Schritte schon wieder ein neues Foto hätte machen wollen. 🙂

Ansonsten habe ich mich ordentlich durchpusten lassen, an einigen Tagen war es sehr windig, so dass man mit dem Fahrrad bei Gegenwind kaum vorwärts kam. Lange Spaziergänge am Strand, Baden in der Ostsee, Sonnen in den Dünen, Wandern an der Steilküste und unterhalb der Steilküste, Erkundung des Alten Bessin, die »Gipfelerstürmungen« von Dornbusch und Swantiberg, sehr leckeres Holunderblüteneis und den ebenfalls oberleckeren Kirschstreuselkuchen aus der Eismanufaktur gegessen, das traditionelle Fischbrötchen direkt vom »Fischkutter Willi«, Rehe direkt am Schlafzimmerfenster, Rehe in der weiten Landschaft, ein Fuchs, Pferde, Schafe und Heidschnucken, dass alles und noch viel mehr steckte in diesen Tagen.

Leider hatte ich keine Gelegenheit richtig auf Vogelexkursion zu gehen, was ich eigentlich geplant hatte. Die letzten beiden Tage waren komplett verregnet. Trotzdem habe ich natürlich auch so viele Vögel gesehen. Highlights waren die vielen Buntspechte im Küstenwald, meine ersten Uferschwalben am Enddorn und für mich ebenfalls erstmals die Krähenscharben. Ich meine am Leuchtturm Dornbusch auch einen Neuntöter gesehen zu haben, aber ich bin mir nicht 100%ig sicher, so dass ich weiter auf meine erste gesicherte Sichtung eines Neuntöters warte.

Zum ersten Mal im Leben habe ich eine Marionettentheatervorstellung besucht. Auf Hiddensee ist ja die Seebühne Hiddensee, die 1997 aus dem Figurentheater »Homunkulus« in Berlin hervorgegangen ist, beheimatet. Schon bei meinen vorherigen Aufenthalten wollte ich dort gerne mal eine Vorstellung sehen, aber es hat nie geklappt. Diesmal habe ich schon von zuhause aus Karten reserviert, und als wir dann auf Hiddensee waren, die neue Inszenierung »Moby Dick« nach Herman Melville gesehen. Wirklich ein Erlebnis in der kleinen Seebühne zu sitzen und sich verzaubern zu lassen!

Und endlich habe ich es auch geschafft, mal das Heimatmuseum in Kloster zu besuchen. Ebenfalls sehr lohnenswert, weil wirklich vielseitig und informativ, was die Geschichte der Insel angeht.

Alles in allem waren es wieder sehr schöne erholsame volle Tage, die - auch wie immer - viel, viel zu schnell vorüber waren.

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Privates ·Tagesnotizen 2017

Was schön war in letzter Zeit

Die Zeit rast dahin. Seit dem letzten Eintrag hier ist schon wieder viel zu viel Zeit vergangen. Es ist Sommer und wir genießen es, dass wieder Sommer ist. Auch der Sommer fliegt vorbei. Ich bin nicht viel online oder am Rechner. Ich will den Sommer kosten, ihn nicht vergeuden.

Eine schlechte Nachricht aus dem engeren Familienkreis hat dieses Bedürfnis noch zusätzlich befeuert. Unsere Zeit ist begrenzt und manchmal viel begrenzter als wir ahnen. Wie viele Sommer sind uns noch vergönnt? Wie viele Winter? Wie oft noch können wir mit Menschen, die wir lieben und die uns etwas bedeuten, zusammen sein, reden, lachen oder auch mal weinen? Warum also Zeit mit Dingen vertun, die keinerlei Mehrwert haben? Die uns nur die Laune verderben, uns runterziehen? Warum endlose Diskussionen, statt einfach das zu machen, was gerade zu tun ist? Anpacken, konkret und praktisch sein.

Was mir in der letzten Zeit gut getan oder gefallen hat?

Viel Sonne und Wärme natürlich. Inzwischen habe ich in »unserem« See angeschwommen. Es war zwar noch etwas frisch, aber schön und natürlich hoffe ich, diesen Sommer noch oft hineintauchen zu können.

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Die weißen Nächte, in denen am Horizont immer ein heller Streifen bleibt. Ich bilde mir dann immer ein, ich sei irgendwo noch weiter im Norden, da ist der Streifen noch viel heller.

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In den klaren Nächten habe ich unter dem unfassbaren Sternenhimmel hier gestanden und einfach nur geschaut und gestaunt. Diese Ecke hier ist einer der besten Plätze in Deutschland, um Sterne zu sehen. Dafür reisen die Sternengucker extra an. Ich kann das jederzeit sehen und bin dankbar dafür.

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Weiterhin erfreut mich das Vögelbeobachten über die Maße. Besonders natürlich die Premieren, also wenn ich bestimmte Vogelarten das erste Mal in freier Wildbahn sehe. Das waren in letzter Zeit: Stieglitz, Gartengrasmücke, Teichrohrsänger und meine beiden absoluten Highlights: Braunkehlchen und erst gestern, ein Eisvogel. Was für ein wunderschöner Vogel! Ich sah ihn völlig überraschend an einem Ort, wo ich im Leben nicht damit gerechnet hätte. Umso größer war natürlich die Überraschung und Freude. Ich war den restlichen Abend total geflashed.

Überhaupt, diese Touren! Sie haben mir ein Gefühl aus meiner Kindheit zurückgebracht. Aus der Zeit, wo man nach den Hausaufgaben nach draußen geschickt wurde mit der Ansage, dass man zum Abendessen wieder zuhause zu sein habe. Und dann ist man die Stunden bis dahin draußen herumgestromert, hat sich einfach treiben lassen. Vertraute Plätze aufgesucht, neue Plätze entdeckt, kleine Abenteuer erlebt. So wie es sich eben ergab. Häufig genug hab ich schlicht die Zeit vergessen. So geht es mir jetzt wieder mit diesen Touren. Ich habe kein festes Ziel, ich folge einfach den Vögeln und bin dann völlig überrascht, wenn meine lieben WG-Genossen Suchmeldungen aufgeben, weil ich scheinbar verschollen bin oder weil es plötzlich dunkel wird und ich feststelle, dass es schon spät am Abend ist.

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Schön waren die Vorlesestunden mit den Besuchskindern (3,5 u. 7 Jahre). Ich war ein bisschen überrascht wie lange und konzentriert sie zugehört haben. Aber es sind Kinder, denen von den Eltern viel vorgelesen wird. Sie waren also entsprechend trainiert. Und ich habe mir natürlich auch alle Mühe gegeben, denn ich wollte ihnen ja kein Vorlesetrauma verschaffen. Interessant, worüber sich Kinder von Herzen amüsieren können. Ich wiederum amüsierte mich, wie sie sich an manchen Stellen schier ausschütteten vor Lachen.

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Überhaupt, die kindliche Unbeschwertheit und Spontanität. Da ist noch kein Abwägen, ob diese oder jene Reaktion wohl angemessen ist, ob das nun wirklich so lustig oder traurig ist, ob das nun ein zu großes Wagnis ist oder nicht. Es wird einfach getan, ausprobiert und wenn sie scheitern, fließen eventuell ein paar Tränen aber Minuten später ist das wieder vorbei und sie haben schon wieder neue Vorhaben und Pläne oder eine neue Idee, wie sie das Wagnis doch noch meistern könnten.

Schade, dass wir Menschen diese Unbeschwertheit meist im Laufe des Lebens verlieren. Ich habe den Eindruck, das wird immer krasser. Bloß nicht einfach loslachen. Ich könnte mich ja blamieren, andere düpieren, verletzten, ich weiß nicht was. Sicher, Rücksichtnahme ist wichtig, aber mir scheint, wir manövrieren uns langsam aber sicher in eine Ecke, in der uns auch noch das letzte bisschen Spontanität und Unbeschwertheit verloren geht. Befindlichkeitsdiktatur ist das Wort, das mir in diesem Zusammenhang vor einigen Tagen in den Kopf schoss. Mir scheint, (fast) alle werden immer empfindlicher (nicht empfindsamer, das ist was ganz anderes!). Die Atmosphäre wird immer giftiger, die Vorwürfe häufen sich. Viele fühlen sich nicht ausreichend gewürdigt, wertgeschätzt, wahrgenommen, gelobt, geschmeichelt, gefavt, etc. etc. Lauter kleine Satelliten, die einsam durch das Universum taumeln und sich lauthals darüber beklagen oder schweigend (beleidigt?) leiden. Lauter kleine Satelliten die beständig funken, dass sie gar keine Satelliten sind, sondern strahlende Sonnen, um die sich bitte die ganze Welt drehen soll. Was ist nur los mit uns?

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Die vielen Holunderbüsche sind voller herrlicher weißer Blüten. Holunderblütengelee und Holunderblütensirup haben wir schon gemacht. Ich liebe es, den Sommer schon morgens auf dem Toastbrot zu haben.

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Es hat sich unverhofft etwas ergeben, das wohl mein nächstes großes Highlight wird. Aber davon zu gegebener Zeit mehr. Ich freue mich jedenfalls schon unglaublich darauf und ja, es ist Sommer, und ich werde diesen Sommer genießen und aus ihm rausholen, was ich nur rausholen kann! Das hab ich mir jedenfalls fest vorgenommen.

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