Schnittmuster verstehen für Nähanfänger: Die eigenen Maße am Schnittmuster kontrollieren

Maße am Schnittmuster kontrollieren - Tweed & Greet

Letzte Woche hab‘ ich Euch gezeigt, was ich alles ich beachte, um die richtige Größe für ein gekauftes Schnittmuster zu ermitteln und die Passform weitestgehend einschätzen zu können, damit mein Nähprojekt am Ende keine große Passformüberraschungen enthält. Darüber hinaus, kontrolliere ich manchmal meine Größe auch direkt am Schnitt, z.B. bei mir noch unbekannten Schnittmusterlabels oder wenn ich z.B. zwischen zwei Größen liege und unsicher bin. Da ich oft Fragen bekomme, wie ich das genau mache, steht dieser Post schon sehr lange auf meiner To-do-Liste. Heute ist es soweit!

Ganz am Anfang meiner „Nähkarriere“ war ein Schnittmuster für mich einfach ein abstraktes Stück Papier, das ich als Schablone für Kleidungsstücke nutzte und wenn ich Glück hatte, passte am Ende alles oder eben nicht. Bei Letzterem pfefferte ich es einfach in die Ecke oder probierte das fertige Stück anzupassen. Ich wusste zwar, dass der Papierschnitt die flache Abbildung von den jeweiligen Teilen des Körpers ist und dass sich alle Informationen über Merkmale wie Rundungen und Maße,  auf diesem Stück Papier befinden. Aber ich wusste nicht wirklich, WO. Wie und wo konnte man diese Informationen denn bitte genau ablesen?

Lasst uns so ein Schnittmuster doch mal kurz analysieren: Welche Informationen gewinnt man daraus? Welche Stellen des Körpers sitzen auf welcher Höhe eines Schnitteiles? Und wie kann an aus einem vorliegenden Schnittteil die Weite und Länge ausmessen und mit den eigenen Maßen vergleichen?

Ich finde es einfach wichtig, das erst einmal zu verstehen, damit daraus weitere Änderungsmaßnahmen gezogen werden können. Deswegen schauen wir uns nur die Merkmale des Schnittes an, und was wir aus einem Schnitt ablesen können. Es geht es heute nicht um die Änderungsmöglichkeiten eines Schnittes, sondern ich setze einen Schritt füher an. Das Thema Schnittanpassung ist dann nämlich noch einmal ein Thema für sich.

Beispiel: Schnittmuster Oberteil mit Abnähern

Schauen wir uns ein Schnittmuster für ein einfaches tailliertes Oberteil mit Brustabnähern als Beispiel einmal an.

Ein Schnittmuster für ein Oberteil besteht meist hauptsächlich aus 3 Schnittteilen + 2 Schnitteilen für Belege:

  • Vorderteil (wird 1x im Stoffbruch zugeschnitten)
  • Rückenteil (wird 1x im Stoffbruch zugeschnitten)
  • Ärmel (werden 2x spiegelverkehrt zugeschnitten)
  • Beleg Vorderteil (wird 1x im Stoffbruch zugeschnitten)
  • Beleg Rückenteil (wird 1x im Stoffbruch zugeschnitten)

Wir konzentrieren uns im Folgenden  auf Vorder- und Rückenteil, sowie Ärmel.

Welche Informationen befinden sich auf dem Vorder- und Rückenteilschnitt?

Schnittform

Die Schnittmuster für ein Vorder- und Rückenteil bestehen üblicherweise aus einem halben Schnitt des Oberkörpers. Der Schnitt wird im Stoffbruch zugeschnitten und so ergibt sich die zweite Hälfte des Oberteils durch Spiegelung. Das Verfahren kommt aus der Industrie und spart Zeit beim Zuschnitt.

Abnäher, was bedeuten sie?

Wann immer sich Abnäher auf dem Schnitt befinden, bedeutet das, dass sich an dieser Stelle des Körpers eine Rundung befindet und Stoff weggenommen werden muss, damit sich der Stoff an diese Rundung anpasst: es muss also Mehrweite reduziert werden. Die Spitze von Abnähern richten sich dabei immer zum höchsten Punkt auf einem Körper.

Bei einem Vorderteil ist dieser höchste Punkt die Brustspitze. Abnäher vorne können je nach gewünschtem Design an verschiedenen Stellen eines vorderen Schnitts platziert worden sein, die Abnäherspitze zeigt immer in Richtung der Brustspitze. Dabei ist die eigentliche Brustspitze je nach Cupgröße, die als Referenzgröße für diesen Schnitt verwendet wurde, 1 – 4 cm von der Spitze des Abnähers entfernt. Manche Schnittmuster enthalten dort, wo sich die Brustspitze befinden soll, ein Zeichen in Form eines Kreises mit einem Kreuz darin. Dann ist es einfach die Brusthöhe zu ermitteln. Ansonsten muss die Höhe durch Messen ermittelt werden (dazu später).

Abnäher im Rückenteil enden mit der Spitze immer an den Schulterblättern. Da Schulterblätter nicht wie die Brust nur eine Spitze haben, sondern eher ein langes Dreieck bilden, kann es sowohl Schulterabnäher geben, die mit der Spitze an den oberen höchsten Punkt treffen oder Taillenabnäher, die von unten auf die untere Spitze der Schulterblätter treffen.

Passzeichen

Die Passzeichen auf einem Schnittmuster sind oft als kleine Striche oder Dreiecke zu erkennen und zeigen, wo bestimmte Punkte beim Nähen aufeinander treffen müssen. Das ist zum Beispiel bei Rundungen hilfreich, wenn man das Armloch und die Armkugel des Ärmelschnittes aneinandernäht. Die Vorderseite eines Ärmels besteht dabei meist aus einem einzelnen Passzeichen, die Rückseite aus zwei Passzeichen.

Aber sie zeigen auch die Höhe von Körperpunkten an, beispielsweise die Taillenhöhe bei Oberteilen und Kleiderschnitten, oder die Hüft- bzw. Kniehöhe bei Hosen und Röcken.

Armausschnitte

Armausschnitte beim Vorder- und Rückenteil sind häufig unterschiedlich groß. Der hintere Armausschnitt ist etwas größer als der vordere Teil, weil sich durch die Schulterblätter hinten eine Rundung bildet und mehr Bewegungsfreiheit benötigt wird. Die Seiten des Armausschnittes unter dem Arm beginnen aber immer auf der gleichen Höhe.

Taille

Das Vorder- und Rückenteil hat oft im Bereich der Taille einen kurzen Strich auf der Seitennaht, ein Passzeichen, damit man weiß, dass die beiden Seiten beim Nähen an dieser Stelle zusammengenäht werden müssen. Das Passzeichen ist aber gleichzeitig auch die Stelle, an der sich die Taille befindet. Befindet sich kein Passzeichen an dieser Stelle, ist es bei einem taillierten Schnitt die schmalste Stelle. Handelt es sich um keinen taillierten Schnitt, muss die Höhe der Taille durch abmessen auf dem Schnitt ermittelt werden.

Orientierungsguide Schnittmuster - Tweed & Greet

 

Welche Informationen lassen sich daraus für die Ermittlung der Größe ziehen?

Ein Schnitt des Vorder- oder Rückenteils bildet also immer die Hälfte eines Körpervorder- oder Rückenteils ab. Je nach gewünschtem Design können Vorder- und Rückenteil unterschiedlich oder aber auch gleich breit sein. Möchte man wissen, wie weit das fertige Kleidungsstück wird, addiert man jeweils die Breite der beiden Schnittteile an einer relevanten Stelle (z.b. Brust-, Taillen- oder Hüfthöhe), zieht die Nahtzugabe (wenn im Schnitt enthalten) und ggf. Abnäherbreite an dieser Stelle ab und verdoppelt diesen Betrag. Dann ergibt sich das Umrissmaß des fertigen Kleidungsstücks an dieser relevanten Stelle. Dieses Maß lässt sich mit den eigenen Körpermaßen vergleichen. Da in ein Kleidungsstück für die Bewegungsfreiheit Mehrweite eingeplant wird, ist es normal wenn die ermittelte Größe 6 bis 7 cm weiter ist als die Körpermaße.

An welchen Punkten orientiere ich mich wenn ich meine Maße mit denen des Vorder- und Rückenteils vergleichen möchte?

Nehmen wir an, Du willst folgende Maße kontrollieren:

  1. Brustumfang
  2. Taillenumfang
  3. Hüftumfang

Zu 1. Brustumfang vergleichen:

Vorderteil:

Um Deinen Brustumfang mit den Maßen am Schnitt zu vergleichen, musst Du wissen, auf welcher Höhe sich die Brustspitze auf dem Schnitt befindet. Bei einem Brustabnäher, der seitlich unter dem Arm in Richtung Brust geht, ist das einfach, da der Abnäher auf der gleichen Höhe ist wie die Brustspitze.

Willst Du aber noch kontrollieren, ob die Brusthöhe im Schnitt auch mit Deiner Brusthöhe übereinstimmt, oder falls der Abnäher auf einer anderen Stelle als auf Brusthöhe sitzt z.B. auf der Taille, musst Du herausfinden, wo sich Deine Brusthöhe auf dem Schnittmuster befinet.

Dazu brauchst Du Deine Maße für die Brusthöhe (Wie Maße abgenommen werden , habe ich letzte Woche ausführlich erklärt). Hierzu misst Du mit dem Maßband von Deinem Schulterpunkt am Halsausschnitt herunter bis zur Brustspitze. Auf dem Schnittmuster setzt Du das Maßband ebenfalls an diese Stelle an und misst senkrecht herunter. Markiere den Brustpunkt auf dem Schnittmuster mit einem Kreuz.

Auf dieser ermittelten Brusthöhe misst Du von der vorderen Mitte bis zur Seitennaht. Notiere Dir die Zahl.

Wo finde ich die Brusthöhe auf dem Rückenteil des Schnittmusters?

Um herauszufinden, wo sich die Brusthöhe auf dem Rückenteil befindet, ziehe eine Linie die Senkrecht von der vorderen Mitte zur Seitennaht verläuft. Der Abstand den das Armloch zu dieser Linie hat, markierst Du auf dem Rückenteil, das ist die Brusthöhe dort. Miss auch hier die Weite von der Vorderen Mitte bis zur Seitennaht.

Gesamtweite des fertigen Kleidungsstücks auf Brusthöhe ermitteln

Da die Schnittteile ein halbes Oberteil darstellen, musst Du die gemessenen Zahlen jeweils verdoppeln. Wenn sich im Schnitt eine Nahtzugabe von z.B. 1 cm befindet, musst Du diese abziehen :

  • Weite Vorderteil: (Gemessene Größe in cm – 1 cm NZ) x 2
  • Weite Rückenteil: (Gemessene Größe in cm – 1 cm NZ) x 2
  • Gesamtweite des fertigen Kleidungsstücks: Weite Vorderteil + Weite Rückenteil

Zu 2. Taillenweite vergleichen:

Diese Maße sind sowohl bei Vorder- und Rückenteil oft leicht zu ermitteln, weil die meisten Kaufschnitte an der Höhe der Taille Passenzeichen für Knipse oder sogar eingezeichnete Taillenlinien haben. In Burda-Schnitten ist beispielsweise sogar die Taille eingezeichnet. Wenn nicht, ermittelst Du Deine Taillenhöhe auf dem Schnitt auf die gleiche Art, wie Du die Brusthöhe ermittelt hast.

Auf dem vorliegenden Schnittmusterbeispiel, ist die Taillenhöhe auf dem Schnitt markiert. Das Schnittmuster hat einen Taillenabnäher, die Breite dieses Abnähers muss ich von den Maßen des fertigen Kleidungsstückes abziehen, da dort Stoff weggenommen wird.

Ich messe von der vorderen Mitte bis zum linken Schenkel des Abnähers und danach vom rechten Schenkel bis zur Seitennaht und addiere die beiden Werte. Jetzt habe ich die Weite des fertigen Kleidungsstücks für das Vorderteil.

Merke: Sind Abnäher auf der Höhe eingezeichnet, subtrahierst Du die Maße die der Abnäher auf der jeweiligen Höhe hat.

Mein Schnittmuster hat auf dem Rückenteil keine Abnäher, hier messe ich von der hinteren Mitte bis zur Seitennaht die Weite.

Gesamtweite des fertigen Kleidungsstücks auf Taillenhöhe ermitteln

Wie bei der Brusthöhe lässt sich die Gesamtweite wie folgt ermitteln:

  • Weite Vorderteil: (Gemessene Größe in cm – 1 cm NZ – Abnäherbreite) x 2
  • Weite Rückenteil: (Gemessene Größe in cm – 1 cm NZ) x 2
  • Gesamtweite des fertigen Kleidungsstücks: Weite Vorderteil + Weite Rückenteil

Enthält Dein Schnitt Kellerfalten oder Knopflochleisten, muss diese Breite ebenfalls abgezogen werden.

Länge des Schnitteiles vergleichen

Um zu ermitteln, wie lang Dein Oberteil sein wird, gehst Du wie bei der Ermittlung der Brusthöhe vor. Miss Deine vordere bzw. hintere Höhe vom Schulteransatzpunkt am Hals bis zu Deiner Taille bzw. bis zu der Stelle, an der Du Dein Oberteil haben möchtest. Lege die ermittelten Maße vom Schulterpunkt senkrecht nach unten an.

Ärmelmaße vergleichen

Gibt es nur ein Schnittteil für den Ärmel, besteht dieses aus dem vorderen und hinteren Teil. Meist ist der vordere Teil am einfachen Knips auf der Armkugel oben zu erkennen. Der hintere Teil enthält meist zwei Knipse auf der Armkugel. Die hintere Armkugel ist oft breiter als die vordere Armkugel. Ein Ärmelschnitt wird immer spiegelverkehrt und doppelt auf dem Stoff zugeschnitten.

Der breiteste Punkt am Ärmel direkt unter der Armkugel ist der Punkt auf der Höhe unseres Bizeps. Außerdem befinden sich auf dem Schnitt auch oft Knipse an den Seiten ungefähr auf mittlere Höhe des Ärmelsschnittes, das ist die Ellenbogenhöhe. Von den Maßen, die Du ermittelst, ziehst Du einfach die Nahtzugabe und ggf. Falten o.ä. ab und erhälst so die Maße des fertigen Ärmels.

Beispiele Hosen und Röcke

Das Vergleichen der Maße an Hosen und Oberteilen ist das gleiche Prinzip, wie bei einem Oberteil, daher gehe ich hier nicht mehr so tief darauf ein.

Hosen und Röcke, haben meist auf der Hüfte und Kniehöhe Passzeichen, bzw. Knipse, die die Orientierung erleichtern.

Taillenweite (Hose oder Rock ohne Bund):

Man misst die Weite vom oberen Rand von der Seitennaht bis zur vorderen bzw. hinteren Mitte. Abnäher und Nahtzugaben werden subtrahiert. Der Betrag wird verdoppelt und die Maße des Vorder- und Rückenteiles werden addiert.

Taillenweite (Hose oder Rock mit Bund):

Gibt es einen Bund, wird die Bundbreite als Orientierung für die Taille genommen. Die Vorgehensweise ist die gleiche. Hier werden keine Abnäher berücksichtigt, weil der Bund bereits die reduzierte Weite durch die Abnäher enthält. Nahtzugaben werden weiterhin subtrahiert, der Betrag wird verdoppelt und die Maße des Vorder- und Rückenteiles werden addiert.

Hüftweite

Man misst die Weite am Passzeichen bzw. Hüftknips von der Seitennaht bis zur vorderen bzw. hinteren Mitte. Abnäher und Nahtzugaben werden subtrahiert. Der Betrag wird verdoppelt und die Maße des Vorder- und Rückenteiles werden addiert.

Länge und Beinumfang

Länge und Beinumfang werden genauso gemessen. Ihr müsst am Ende immer nur daran denken, Naht- und Saumzugaben abzuziehen, wenn sie im Schnitt enthalten sind.

So, ihr Lieben, ich hoffe, ich konnte einmal aufzeigen, an welchen Punkten man ansetzen kann, um die Maße auf einem Schnitt mit Euren Maßen zu kontrollieren. Die Blogposts für entsprechende Änderungsmaßnahmen gibt es ein anderes Mal. Ich wollte euch diese Vorgehensweise einfach mal zeigen, weil es eine wunderbare Möglichkeit ist, um sich mit Schnittmustern näher vertraut zu machen. Damit sie eben nicht mehr nur abstrakte Papierteile sind, aus denen sich am Ende einfach zufällig Kleidungsstücke ergeben.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Sonntag!

Liebste Grüße,

Selmin

 

Welche Größe nehme ich bei einem Schnittmuster? – Tipps für’s richtige Maßnehmen und Größenauswahl

Tipps für Richtige Maßnehmen und Größenauswahl bei einem Schnittmuster - Tweed & Greet

„Bitte nur sechs Teile.“ Die Verkäuferin drückt mir ein Schild mit einer großen Aufschrift 6 in die freie Hand, die da unter dem textilen Himalaya Berg auf meinem Arm hervorlugt. Ich habe ihn bei meiner Schlendertour in Richtung Umkleidekabine produziert. Mühevoll sortiere ich passende Kombinationen aus, die ich in die Kabine mitnehmen will und hänge die anderen Teile gestresst an die Kleiderstange außerhalb. In der Hoffnung, dass sie gleich keiner mitnimmt. Am Ende der gesamten Anprobe komme ich wahrscheinlich mit höchstens 2, im schlimmsten Fall 0 Teilen zurück aus der Kabine. Weil die Sachen nicht passen, obwohl ich von manchen Stücken vorsichtshalber sogar gleich zwei Größen mitgenommen habe. So sieht eine durchschnittliche Shoppingtour bei mir aus. Ich wette, bei jeder zweiten von Euch ebenfalls.

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Mit Rot ist gut Kirschenessen – Unsere Challengefarbe im Juli

Rote Farbpalette - Tweed & Greet

Wir tauchen direkt ein in die rote Materie. Keine Umschweife. Rot und ich. Das ist zwar keine so federleichte, locker flockige Beziehung wie Blau und ich. Aber mit rot verbinde ich  einfach wunderbarste Sommerlaune: Saftige Beeren, leckere Wassermelonen, Kornblumen, Mohnfelder. Die Saison für diese wunderbaren rote Schätze der Natur ist zeitlich begrenzt. Umso mehr freue ich mich genauso wie mein achtjähriges Ich früher, über einen riesigen Teller voll Kirschen. Oder Himbeeren. Oder Johannisbeeren. Oder alles drei zusammen! Mmmh! Oh, aber, wir reden ja heute gar nicht über’s Essen.

Farbkombination Rot Beige Grau - Tweed & Greet

Wir reden heute über Rot in der Kleidung, statt auf’m Teller. Außer meiner rot-blau karierten Holzfällerbluse, hab‘ ich hier gar nicht so viel Rotes zu bieten. Wieso eigentlich? Rote Lippen und rot lackierte Fingernägel gehören durchaus in mein Rot-Repertoire. Aber rot in meiner Garderobe lag bisher tatsächlich außerhalb meiner Komfortzone. Da muss ich mich echt mal ins Zeug legen.

Dabei liebe ich rote Akzente bei anderen. Kombiniert mit gedeckteren Farben wie dunkelblau (oh yeah!) oder frischen Sommertönen wie zartrosa, gelb oder auch weiß. Egal ob in Form von edlem und gedecktem Bordeauxrot, knalligem Orangerot oder zarterem Blush. Rot hat Signalwirkung. Rot sticht hervor. Mit einem roten Hingucker kann man sich nicht verstecken. Als wohl größte Symbolfarbe für Verführung und Liebe, steht keine andere Farbe mehr für Power und Selbstbewusstsein.

Holen wir uns im Juli also eine Runde Power in die Klamotten. Für mehr Rot im Kleiderschrank plädiere ich daher in diesem Monat! Jawohl! Das Rot dabei tatsächlich nicht nur aus roten Verführerinnenklamotten besteht und alltagstauglich mit viel Stil ist, beweist übrigens auch mein Inpirationspinboard auf Pinterest:

Also, ich bin bereit für meine rote Challenge! Und ihr? Was bedeutet Rot im Kleiderschrank für Euch? Ich will es wissen! Vielleicht ist es auch für Euch eine gute Gelegenheit, aus Eurer Komfortzone zu gleiten und Euch farblich auch mal was zu trauen. Ihr liebt Rot sowieso? Priiima! Zeigt uns Eure Lieblingskombination und überzeugt diejenigen, für die die Farbe bisher immer ein rotes Tuch war! Egal ob als kompletter Look oder mit dezenten Rottupfern. Ihr wisst ja, es ist alles erlaubt, so lange ihr es selbstgemacht habt!

Wer das erste Mal dabei ist, kann sich unter meinem ersten Post zur Aktion gerne wieder alle Informationen durchlesen. Und wie immer könnt ihr unter #12coloursofhandmadefashion eure Meilensteine und Teaser zeigen.

Lasst uns einen roten Teppich voll Rot in allen Farben im Juli ausbreiten! Ihr Lieben, am 27.07. seh ich rot! Seid ihr dabei?

Übrigens, habt Ihr gesehen? Auch bei Anja von Rapantinchen dreht sich diese Woche alles um Rot. Passend zu unserer Challenge, gibt’s bis zum 08.07., 15% Rabatt auf alle ihre roten Stoffe mit dem Rabattcode: „Rot15“ in ihrem Stoffeshop. Ich glaub‘, ich reservier’mir schon mal die roten Ringel!

Liebste Grüße,

Eure Selmin

 

 

 

Kleid Austen – Blaues Sommerkleid trifft auf Oktobubikragen trifft auf Streifen

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

„Ach, Du musst nicht schüchtern sein, Hase, sie werden Dich schon mögen! Bleib einfach Du selbst und lass‘ Deinen zauberhaften gestreiften Oktobubikragen für sich sprech…“ Ach, äh, hallo, da seid ihr ja schon! Willkommen zur blauen Party, liebe 12 Colours of Handmade Fashion Mädels! Darf ich Euch vorstellen? Kleid Austen. Kleid Austen, das sind die 12 Colours of Handmade Fashion Mädels! Ich hatte Euch ja schon auf Instagram einander ein bisschen vorgestellt.

Als Emilie von Dessine Moi un Patron vor ein paar Monaten ihren neuen Kleiderschnitt Austen herausbrachte, war ich sehr begeistert über die vielen hübschen Details des Kleides und den adretten Look. Wer hier länger liest, weiß, dass ich die Schnitte ihres französischen Labels sehr gerne mag und einige Teile von ihr bereits im Kleiderschrank habe. Trotz meiner bescheidenen Französischkenntnisse und noch viel bescheidenerer Google Translate Hilfe. Ich freute mich sehr, als sich mir eine Gelegenheit bot, das Schnittmuster zu vernähen und die erstmals auch englische Anleitung einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Auch wenn ihre handgezeichneten Illustrationen im Anleitungsheft sehr gut helfen, durch die englische Anleitung auf den letzten beiden Seiten des Anleitungsheftes bekommt man auch als Französischbanause an unklaren Stellen nochmal ein bisschen mehr Hilfe. Die Anleitung ist kurz gehalten aber sie liest sich flüssig und verständlich. Zusammen mit den Illustrationen im französischen Teil des Heftes ist das Kleid auch mit seinem auf den ersten Blick sehr kompliziert aussehenden Kragen nähbar. Auf der Website gibt es zudem ein Schritt-für-Schritt-Tutorial mit hilfreichen Fotos.

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Der mädchenhafte Stil des Kleides gerade durch den ausgefallenen Kragen hat es mir total angetan – Sonntagskleidchen deluxe. Schnell anziehen und adrett aussehen. Ähm, okay bügeln muss man noch, aber das ist meiner Stoffauswahl geschuldet. Die Knopfdetails an den Schultern sind ein echter zweiter Hingucker und der kleine Rückenschlitz sind ein typischer Dessine Moi und Patron Stil. Mit dem gestreiften Schleifenbändchen hab ich noch einen vierten Hingucker kreiert. Und das gestreifte Futter für die Passe gibt dem Ganzen nochmal etwas Sommerliches. Hach, Multidetailkleid, ich mag Dich!

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Ein paar Änderungen am Schnitt habe ich vorgenommen: Das Kleid enthält viel Mehrweite, weil das Oberteil durch den Kordelzug geschoppt wird. Ich maß nochmal direkt am Schnitt ab und entschied, dass auch zwei Nummern kleiner noch passen könnten. Viel geschoppt wird dabei zwar nicht, aber das finde ich auch nicht schlimm.

Da dies mein erstes Kleid von ihr war und ich nicht auf die Referenzgröße von 1,65 cm geachtet hatte, wurde das Kleid ziemlich kurz und am Ende stand ich wirklich mit einem Mini-Minirock da. Im Winter kann ich das ja gut mit dunklen Strumpfhosen tragen. Aber im Sommer mit nackten Beinen fühle ich mich beim Sitzen ab einer bestimmten Grenze doch schnell entblößt.

Ich hab‘ also improvisiert und noch einen Verlängerungsstreifen an den Saum hinzugenäht, um es vor dem sicheren Stehkleidtod zu bewahren. Mit dem Minischlitz hinten am Rocksaum hab ich somit noch einen fünften Hingucker kreiert, Upsies. Ich empfehle beim Zuschneiden also auf jeden Fall noch einmal nachzumessen und mehr Länge einzuplanen. Der Schnitt kann durchaus auch auf Knielänge gut aussehen.

Das Kleid sieht eigentlich einen Kordelzug vor. Aber ich dachte, ein Wickelband würde dem ganzen nochmal eine leichtere Erscheinung geben. Es gibt zwei Größenversionen des Kragens. Ich habe mich für die kleinere, dezentere Version entschieden. Die Anleitung enthält übrigens keine detaillierte Erklärung dazu, wie der Verschluss am Rücken angebracht wird. Es werden an dem relevanten Nähschritt Vorschläge gemacht, ein Bändchen, einen Haken oder ein Knopfband anzubringen. Das und die vielen kleinen Details, zusammen mit dem Kragen machen den Schnitt zu einem Stück für Fortgeschrittene oder solche mit mittlerer Näherfahrung, die sich etwas Neues zutrauen wollen.

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Beide Stoffe sind übrigens mal wieder von meinem Lieblingsmarkt aus Istanbul, der gestreifte Kragen war noch ein Reststoff von meinem Downton Abbey inspirierten Lady Mary Dress vor zwei Jahren. Apropos Streifen, ihr Hasen, ich wäre sehr dankbar für Tipps, wo man gestreifte sommerliche Webware finden könnte. Die Stoffwelt schein voll von gestreiftem Jersey zu sein, aber gestreifte fließende Webware ist eher rar gesät. Schade! Also heiße Tipps sind willkommen…bestimmt nicht nur bei mir!

Mein Fazit: Wer hübsche Details mag und mal wieder ein frischeres Design ausprobieren möchte, der wird sich mit Kleid Austen auf jeden Fall ein besonderes Kleidchen zaubern, das nicht nur sonntags zu einem Hingucker wird.

Hello. Again.

Kleid Austen - Schnittmuster von Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Sooo und weil das hier ja heute eine Party für meine Lieblingsfarbe ist, freue ich mich ganz besonders auf die vielen blauen Projektchen, von denen ich in den letzten Tagen ja schon im Vorfeld ein paar entdecken konnte! Olé olé!

Diesmal gibt es übrigens kein Formular für das Pinterest Gruppenboard „12 Colours of Handmade Fashion Groupies“, weil ich das letzte Mal so extreeeem viel Spam bekommen habe. Das Board existiert aber natürlich noch und gerne könnt ihr mir über eine E-mail einfach Euren Pinterest-Nutzernamen schicken oder im Kommentar unten nennen, dann lade ich Euch dazu ein.Damit ich Euch freischalten kann, müsst ihr mir folgen. Wer bereits Mitglied ist, kann übrigens jederzeit dort pinnen. Hier könnt ihr mal einen Blick auf die schönen Projekte werfen:

 

Liebste Grüße,

Selmin


Kleid
Schnitt: Robe Austen von Dessine Moi un Patron
(Schnitt wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt)

Stoff
Blaue Baumwolle und gestreifte Viscose vom Stoffmarkt in Istanbul

Schuhe
Converse

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Ordnung im Nähzimmer: Aufbewahrung von Schnittmustern, Garnen & Co.

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Ordnungsliebe trifft auf Chaosqueen: Letztes Jahr im Oktober saß ich mit meiner großen Ordnungsheldin Sabine vom Blog Ordnungsliebe „zusammen“ und trank Kaffee. Sie in Mainz und ich in Köln. Über Skype schlürften wir gemütlich unser Gebräu und plauderten über unsere Herausforderungen beim Ordnung Halten in unseren Nähbereichen. Genauer gesagt, ich jammerte über mein Chaos und Sabine hatte bereits tolle Ideen parat, um Abhilfe zu schaffen.

Zu dem Zeitpunkt hatte sie mich bereits dazu gebracht, mich endlich von der orangen Wandfarbe in meinem Zimmer zu trennen. Sabine erzählte mir wiederum von ihren Herausforderungen, KEINEN festen Nähplatz zu haben und trotz häufigem Auf- und Abbau ihrer Nähmaschine & Co. regelmäßig Ordnung zu schaffen. Vor allem aber, dadurch die Lust am Nähen nicht zu verlieren. Ich bewunderte ihren ordentlichen Schrank, in dem ihre Maschine und alle anderen Nähutensilien Platz fanden. Unsere Idee war es, zusammen je einen Post über Organisation und Schaffen von Ordnung in unseren Nähbereichen zu schreiben. Sie aus ihrer Perspektive als Nähnomadin ohne festen Nähplatz. Und ich aus meiner Basistation Nähzimmer.

Ich zeigte ihr meine Ecken der Schande: überquellende Stoffkisten, die ich bei der Stoffsuche regelmäßig auf den Boden kippte oder mein Schnittmusterchaos, für das ich einfach keine gescheite Lösung fand. Unser Gespräch war so voller Ideen, dass ich mich nach dem Telefonat ganz beseelt und motiviert ans Planen machte.

In Mini-Schritten ausmisten

Seit unserem Skype-Termin sind acht ganze Monate vergangen. Acht Monate in denen ich Stück für Stück ausgemistet und aufgeräumt – wieder Chaos verursacht – aber trotzdem immer wieder neu aufgeräumt habe. Wenn ich Stück für Stück sage, meine ich das übrigens auch genau so. Ich habe nicht auf einmal ausgemistet. Das kann bei mir schnell Überhand nehmen und am Ende des Tages sitze ich erschöpft zwischen Kleinteilen, von denen ich nicht mehr weiß, wo sie hinsollen und dann habe ich dann einfach keine Lust mehr – für immer! Ich hab‘ mich also ausgetrickst habe meine freien Zeiträume mit kleinen Zielen besetzt: Heute nur die Schubladen am Nähtisch, das nächste Mal die Kiste mit den Schnittmustern.  Auch das ist schon viel Arbeit, und so haben sich Etappenweise schöne Ecken in meinem Zimmer gebildet, was mich immer weiter motiviert hat.

Ohne Chaos kreativ Sein geht nicht

Es hat sich für mich in den letzten Monaten auf jeden Fall bestätigt, dass Unordnung beim Nähen und Kreativsein einfach dazu gehört. Die Arbeitsstelle explodiert während des Schaffens bei jedem! Die Kunst liegt einfach darin, danach schnell wieder Ordnung schaffen zu können. Dazu braucht „alles seinen festen Platz“. Dieser Satz von Sabine klingt mir immer in den Ohren und sie hat damit absolut Recht behalten.

Die Einräummöglichkeiten müssen sich nach mir richten, nicht umgekehrt

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Ich hatte das bereits mal in einem früheren Post erwähnt: Ich benötige „geschlossene“ Aufbewahrungsmöglichkeiten. So schön es bei anderen aussieht, Bänder und Stoffe auf Regalen o.ä. „auszustellen“. Bei mir führt das schnell zu Unordnung. Lieber verstaue ich alles in wegräumbaren Kisten und Schränken und habe draußen nur dekorative Elemente und ein paar hübsche praktische Kisten, die schnell eine ordentliche Erscheinung schaffen. So sehe ich auch direkt, wenn etwas unordentlich ist und kann es AN SEINEN PLATZ wegräumen. Juhuuu!!

In den Schränken und Regalen habe ich alles in Kisten verstaut. Die Inhalte der Kisten sind durchdacht: Gleiches zu gleichem (auch ein Tipp von Sabine) – aber fern von perfekt nach Farbe sortierten Stoffen und fein säuberlich erstellten Etiketten. Die Kisten müssen in sich also nicht pikobello ordentlich sein. Ich will einfach nur schnell etwas reinwerfen und wegräumen. Ich nenne mein Prinzip das: „Außen-hui-innen-so-ordentlich-wie-möglich-Prinzip“. Denn Ordnung muss bei mir ruck-zuck gehen. Würde ich mich zwingen, Stoffe beispielsweise immer gleich groß zu falten, hätte ich direkt schnell wieder Chaos. Worauf ich jetzt achte: Die Kisten dürfen nicht zum Bersten voll sein, sondern immer Luft haben, weil etwas Neues dazu kommen darf, ohne dass ich quetschen muss.

Alles in Gruppen nach Tätigkeit sortieren und griffbereit haben

Mein Zimmer ist in zwei Hauptbereiche unterteilt: Nähbereich und Zuschneidetisch/Arbeitstisch. Alles was ich beim Nähen an der Nähmaschine benötige, ist in unmittelbarer Nähe, damit der Arbeitsprozess nicht gestört wird und ich nicht ständig aufstehen und herumsuchen muss. So verschleppe ich auch nichts von einer Ecke zur anderen, sondern alles bleibt in der Nähe des jeweiligen Arbeitsplatzes.

Am Nähbereich liegen alle Materialien, die ich für’s Nähen benötige. Rechts von mir liegt ein magnetisches Nadelkissen mit Stecknadeln zum schnellen Drauflegen der Nadeln beim Nähen. Nach dem Nähen verschwindet das Kissen in der Schublade links neben mir. Außerdem befinden sich rechts neben mir Scheren und Handmaß, ein kleines Behältnis mit Sicherheitsnadeln, Nähmaschinennadeln und Markierstiften und ein kleines Eimerchen für Garnreste und Stoffreste von der Overlockmaschine.

Andere Materialien für die Nähmaschine habe ich in verschiedene Fächer unterteilt und in die Schublade links neben mir gelegt, damit sie dort griffbereit liegen.

Meinen Zuschneidetisch nutze ich gleichzeitig auch als Arbeitstisch. Er muss schnell räumbar sein, deswegen bewahre ich Zuschneide- und Schreibmaterialien in einem rollbaren Container neben dem Zuschneidetisch auf. Angefangene Nähprojekte, an denen ich arbeite, werden an die Kleiderstange an der Wand hinter mir gehangen bzw. das Notebook vor dem Zuschneiden schnell weggeräumt ins Regal.

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Meine Stoffe und Schnittmuster bewahre ich ebenfalls in diesem Regal in Boxen auf. Umzingelt von Büchern, die ich schon beim Einzug nach Farben sortiert hab‘ und die für das Auge schnell Ordnung schaffen. Hinter meinem Schreibtisch an der Wand befindet sich ein Sideboard, das alle kleineren Materialien wie Stoffreste, Vlies, Borten und Bänder etc. beinhaltet.

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Schnittmuster in Regalboxen mit Registerheften aufbewahren

Ordnung im Nähzimmer - Schnittmusteraufbewahrung - Tweed & Greet

Ich habe zu meinen Nähanfängen damit angefangen, Schnittmuster in Klarsichtfolien zu sammeln und in Ordner abzuheften. Die waren aber so schnell voll und ehrlich gesagt, finde ich die ganzen Klarsichtfolien auf Dauer einfach unnötig. Außerdem war das Ein- und Ausräumen für mich zu lästig. Ich begann, meine Schnittmuster beim Aufräumen einfach in Boxen zu werfen, die ich dann ins Regal räumte. Dabei verlor ich natürlich schnell mal den Überblick – Chaosqueen eben. Manche Schnitte hing ich an die Kleiderstange, aber auch das sah ab einer gewissen Menge nicht mehr ansehnlich aus und die Kleiderstange ließ sich kaum noch bewegen.

Sabine ermunterte mich, die Schnittmuster zwar weiter in meinen Boxen aufzubewahren sie aber in Registerhefter zu legen. Das ist zugegeben auf Dauer nicht ganz preisgünstig, aber es passt perfekt in mein Gewohnheitsschema. Die Register habe ich einfach mit der Hand nach Schnittmusterlabel und Schnittnamen beschriftet und alphabetisch sortiert. So kann ich nochmals verwendete Schnitte später rausnehmen und dann einfach wieder zurück reinwerfen und gut ist. Aktuelle Schnitte sammle ich immer noch an meiner Kleiderstange, bis ich sie fertig verwendet habe. Dann kommen sie in die Kiste.

Achtet bei der Auswahl der Registertaschen auf die Maße und ggf. darauf, dass die Registerschienen verschiebbar sind, so könnt ihr sie auf die passende Randgröße der Kiste schieben und anschließend in euer Regal. Sonst kann es sein, dass die Registerschienen zu groß für Euer Regal sind.

Garnaufbewahrung

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Meine Garne und Spulen bewahre ich in der Schublade, direkt links neben meinem Nähplatz auf und hab sie so auch immer griffbereit. Bisher flogen sie in der Schublade jedoch nur lose durch die Gegend und verknüddelten sich. Genauso die Spulen für den Unterfaden. Garne in Kästchen zu sortieren, kam für mich nicht in Frage, weil es wieder zu viel Arbeitsschritte sind: Kiste aus der Schublade nehmen, Kiste öffnen, Garn reinsortieren, Kiste schließen, Kiste zurück in die Schublade legen…gääähn…

Aus dem Baumarkt habe ich mir eine Lochplatte – auf meine Schubladenmaße abgestimmt – zurechtsägen lassen und Schrauben von der Rückseite durchgesteckt. So habe ich Halter für die Garnrollen und die Spulen. Für Schrauben und Brett hab ich ungefähr 10 EUR ausgegeben.

Achtet darauf, dass die Schrauben 1 mm größer sind als der Durchmesser des Lochs. Man kann die Schraube mit etwas Druck durchschieben und dann bleibt sie drin. Schrauben mit dem gleichen Durchmesser rutschen wieder raus. Am besten ihr stellt euch mit dem Brett vor das Regal mit den Schrauben und probiert durch. Nehmt auch eine Garnrolle mit, um die optimale Länge zu finden.

Overlockrollen hab ich in Ablageeinschübe für Gewürzgläser von IKEA gelegt, die ich noch zu Hause hatte.

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Bänder, Reißverschlüsse und Taschenmaterialien aufbewahren

Kleine Teile wie Bänder o.ä. habe ich um kleine Kartons gewickelt und in Boxen verstaut. Ich gehe beim Sortieren nicht zu kleinteilig vor. Andere Materialien wie Verschlüsse und Gummibänder und Vlies habe ich in offenen Kisten, die sich auch zum Sortieren von Kleiderschränken eignen, untergebracht. Manche Kisten habe ich in sich noch einmal in kleinere Kisten unterteilt. So sind in einer größeren Kiste mit Reißverschlüssen beispielsweise noch einmal zwei kleinere Kisten mit jeweils kleineren Reiß- und Klettverschlüssen. Stoffreste werden eingerollt und in durchsichtigen kleineren Boxen gelagert, damit ich sehen kann, was drin ist.

Stoffe hochkant in Boxen aufbewahren

Hach ja, meine Stoffe! Ich habe echt schon viele Lagertechniken durch: Sauber falten ins Regal legen, um große Kartons wickeln und ins Regal legen, falten und in die Kisten legen oder am Ende einfach in die Kiste stopfen.

Jetzt rolle ich meine Stoffe ein und lege sie hochkant in die Boxen. So kann ich auf Anhieb sehen, welche Stoffe sich in den Boxen befinden und muss nicht wühlen oder gar die Stoffe ausschütten. Beim Füllen der Kisten achte ich darauf, dass viel Luft in den Kisten bleibt. Dann lieber eine Kiste mehr nehmen, als alles einfach hineinzuquetschen. Oder lieber mehr Stoff abbauen, bevor ich etwas Neues kaufe.

Ordnung im Nähzimmer - Tweed & Greet

Das waren sie, meine Tipps rund ums Organisieren meines Näh- und Arbeitszimmers. Ich fahre seit einiger Zeit damit wirklich sehr gut, weil sich das System nach meinen Gewohnheiten richtet. Ich wende lediglich ein paar Tricks an, um für mich Routinen zu schaffen, wie zum Beispiel eine Kalendererinnerung, jeden Abend einmal die Ordnung in meinen Raum zu überprüfen.

Vor allem aber weiß ich: Aufräumen ist keine statische Angelegenheit. Chaos entsteht schnell, sollte aber auch schnell wieder behoben werden können. Die Bedürfnisse und Gewohnheiten ändern sich außerdem von Zeit zu Zeit und manchmal muss man das System nochmal überdenken, weil es vielleicht doch nicht mehr passt.

Wichtig für Euch: Identifiziert Eure eigenen Problemzonen rund um den Nähbereich und Eure Gewohnheiten. Schreibt sie vielleicht sogar auf und konzentriert Euch beim Ordnung schaffen auf diese Punkte.

Auf Pinterest haben wir auch noch ein paar weitere schöne Ideen gesammelt, die vielleicht für Euch auch interessant sein könnten:

Da nicht jeder ein eigenes Arbeits- und Nähzimmer hat, schlage ich vor, dass ihr nun einen Blick auf den Post von Sabine werft. Denn sie hat tolle Ideen, mit denen sie trotz fehlendem festen Nähplatz Ordnung hält und dabei gut gelaunt ihrem Hobby nachgehen kann. Denn gute Laune = guter Nähflow. Wissta Bescheid.

Habt einen wunderbaren Tag und liebste Grüße,

Selmin


Zeitschriftenhalter Wand
Madame Stoltz erhältlich bei Fine Nordic
(Anmerkung: Die Fächer sind etwas zu groß für die Schnittmuster aber ich habe zwischen die Lücken Bäckereigarn gebunden, damit die Schnittmuster nicht herausfallen)

Riesenstecknadel Wand
House Doctor noch erhältlich bei Wayfair

Letterboard Wand
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