Forschungsüberblick zur Denkmaldebatte

HSozKult bietet einen ausführlichen Rezensions- und Forschungsüberblick zu den aktuellen Denkmaldebatten an. Wer sich selbst einlesen will oder auch nur den einen passenden Link sucht, den man in Debatten zum Thema fallen lassen kann, der darf sich ein Lesezeichen setzen.

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Larissa Reissner – Ullstein (1924)

Mein Newsletter Reportagen aus der Vergangenheit sendet euch jeden Monat eine spannende historische Reportage in euer Postfach. Die Einleitung teasere ich hier, den vollen Text könnt ihr direkt kostenfrei bei Steady lesen. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr dort auch direkt den Newsletter abonnieren.

Larissa Reissner, sowjetische Schriftstellerin und Journalisten, wirft im Jahr 1926 einen Blick auf die Zeitungen des Ullstein -Verlages. Dieser ist in dieser Zeit der größte Zeitungsverlag Europas und sicherlich auch einer der einflussreichsten.

Diverse vorgestellte Werke des Ullstein Verlages gibt es mittlerweile auch online. Wer Lust hat, schnappt sich nach Lektüre dieser Reportage einen weiteren Kaffee und wirft einen Blick in die Zeitungen selbst. Denn wenig ist so spannend wie historische Zeitungen.

Wer sich über die etwas merkwürdig im Text stehenden Passagen zur Sowjetunion wundert: Reissner stammt aus der Sowjetunion. Ist Teilnehmerin der Oktoberrevolution und gut vernetzt. Alleine die Tatsache, dass sie Ende der Zwanziger diverse Auslandsreisen machen und publizieren konnte, sagt einiges zu ihrer Stellung im kommunistischen System. Entsprechend darf man auch ihre Kritik an den Ullstein-Zeitungen – ja – mit einem kritischen Auge betrachten. Auch wenn man natürlich bei der Beschreibung der B.Z. am Mittag fleißig zustimmend grinst, wenn man weiß, dass sie mittlerweile im Axel Springer Verlag erscheint.

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Joseph Roth – Rast angesichts der Zerstörung (1938)

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Meinen Newsletter „Reportagen aus der Vergangenheit“ gibt es nun seit über einem Jahr und dies ist die 16. Ausgabe. Daher kommt diesmal statt einer normalen Einführung die Bitte um Feedback. Ich stehe aktuell vor zwei Problemen in der Konzeption dieses Newsletters.
Zum einen ist die Zahl der Abonnenten leider doch recht gering. Wenn Ihr also diesen Newsletter gerne lest oder ihn gar regelmäßig an Bekannte weiterleitet, dann empfehlt ihn doch einfach mal weiter.
Zum anderen haben wir mittlerweile einen nicht kleinen Teil der klassischen und mittlerweile gemeinfreien Journalisten erkundet – Kisch, Tucholsky, Orwell, Bly & Co. Unseres Urheberrechts, welches Werke bis 70 Jahre nach dem Tod schützt, ist hier maximal unhilfreich genau wie die Tatsache, dass der Nationalsozialismus natürlich keinerlei gesteigertes Interesse an interessanten Reportagen hatte. Ich habe noch ein paar Reportagen in der Reserve, aber wenn jemand von euch interessante Lesetipps hat – schreibt mir und ich freue mich. Ansonsten können wir weiterhin zusammen die Werke besonders schreibefreudiger Journalisten erkunden – gerade Egon Erwin Kisch könnte diesen Newsletter hier im Alleingang bis 2030 tragen, aber das wäre vielleicht etwas eintönig?

Auf jeden Fall: Wenn Ihr Feedback habt, schreibt es mir einfach.

Unsere heutige Reportage stammt vom Journalisten und Schriftsteller Joseph Roth (1894-1939), der im Jahr 1938 wieder ein Stück Heimat verliert. Von den Nationalsozialisten ins französische Exil getrieben, verliert er nun das Hotel, in dem er lange Jahre lebte, an die Abrissbirne. Ein Jahr später stirbt er, noch bevor die Nationalsozialisten Paris besetzen.

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Hugo Friedländer – Das Dynamit-Attentat gegen den Polizei-Oberst Krause (1911)


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Kann man einem Artikel widerstehen, in dem eine Briefbombe „Höllenmaschine“ genannt wird und der den Titel „Das Dynamit-Attentat gegen den Polizei-Oberst Krause“ trägt? Natürlich nicht! Und wenn es dann um ein „Dynamit-Attentat“ geht, Anarchisten und die Suche nach dem Bombenattentäter? Natürlich! Es ist auch faszinierend zu lesen, wie man eine Gerichtsreportage verfassen kann und wie sehr diese sich von heutigen Formaten in Presse, auf Nachrichtenseiten & TrueCrime-Formaten unterscheidet. Auch wie banal manche Ermittlungsmethoden sind – und wie sehr sie sich von unseren heutigen Methoden unterscheiden.

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Nachrichtensortiermaschine 2.0

Die Version 2.0 meiner Nachrichtensortiermaschine , dem hervorragenden System zum Lesen von Nachrichten per E-Mail & RSS, ist nun veröffentlicht. Sie ist grundlegend neu geschrieben und kommt mit zahlreichen Verbesserungen im Vergleich zur Vorgängerversion:

  • Wichtigstes Feature ist ein eigener, integrierter Feedparser. Die NSM lässt sich nun auch ohne separat laufendes RSS2Email nutzen.
  • Der Feedparser kann nun auch eine Volltext-Version des Feeds ziehen. Damit entfällt die vorige Nutzung von Morss.
  • Da nun direkt beim Auslesen der Feeds gefiltert wird, entfällt das bisherige Filterskript, was deutlich eleganter ist.
  • Die Konfiguration und die Filterliste wurden zwecks besserer Übersicht in eigene Konfigurationsdateien ausgegliedert. In der config.cfg kann man alle nötigen Angaben zum Mailserver angeben. Über die feeds.cfg werden die Feeds gesteuert und die filter.txt beinhaltet alle zu filternden Begriffe.
  • Es entfällt die Konfiguration von Mail-Regeln, um die Mails in eigene Unterordner zu kopieren. Die NSM schreibt nun einen eigenen Header in die Mails auf deren Basis sie die Mails dann selbstständig in die entsprechenden Ordner sortiert. Die Konfiguration dafür findet sich in der feeds.cfg – einfach den imap-folder setzen und der Rest passiert automatisch (Hinweis: Die Ordner werden nicht selbst angelegt, sondern müssen bestehen)
  • Die tolino.py , mit der mal automatisch eine ePub in die Tolino Cloud hochladen konnte, entfällt. Grund dafür sind die stetigen zweckfreien Änderungen auf der Tolino-Seite, welche regelmäßig das Skript zerstören.

Ich freue mich über jede Art von Feedback und Anregungen – viel Spaß damit :)

https://github.com/michael-hatz/nachrichtensortiermaschine/releases/tag/2.0

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Das Weltwissen, in deiner Wohnung

Schattenbibliotheken sind gigantische Sammlungen von nicht legalen eBooks in gigantischem Ausmaß. Sci-Hub, Z-Library, Annas Archive, Library Genesis & Co sammeln seit Jahren fleißig eBooks, Comics und wissenschaftliche Paper, scheren sich nicht um Urheberrechte und haben so eine der größten Bibliotheken weltweit zusammengetragen.

Es ist erstaunlich, wie vergleichsweise günstig es ist, eine der größten Bibliotheken der Welt zu Hause zu haben. 588 TB sind zwar eine ordentliche Menge Festplatten, aber bei einem aktuellen Kurs von ~200€ für eine 10TB Platte bei Amazon kann man für knapp 12.000€ die größte Bibliothek der Menschheit in der eigenen Wohnung haben. Manche Leute geben für ihre Küche oder die Badrenovierung mehr aus.

So unscheinbar sähe die größte Bibliothek der Menschheit übrigens in eurer Wohnung aus. 18 Zentimeter hoch, 43 Zentimeter breit, keinen Meter lang. Wenn ihr auf das Standup Paddle Board verzichtet, könntet ihr sie sogar mit in den Urlaub nehmen.

Wenn da nicht diese kleine Geschichte mit dem Urheberrecht wäre, könnte man auch jeder noch so kleinen Stadtbibliothek und jeder Schule so einen Klotz hinstellen. Weltweit. Das ist irgendwie bemerkenswert.

Und wie groß ist dann unsere Bibliothek? Genau wissen wir es nicht – lt. den Daten oben enthalten die Shadow Libraries zusammen 46,9 Mio Bücher und 97,8 Mio wissenschaftliche Artikel via Sci-Hub. Das ist eine Menge totes Holz, aber es ist natürlich davon auszugehen, dass es gewisse Überschneidungen gibt. Natürlich hat jede von denen Harry Potter oder den Herrn der Ringe auf Englisch und Deutsch im Angebot. Z-Library landet bei 14 Mio Büchern und Libgen-li bei 17 Mio.

Es ist erstaunlich schwer herauszufinden, wie viele Bücher überhaupt jemals auf der Welt erschienen sind und jedes Jahr kommen laut UNESCO ca. 2,2 Mio neue hinzu. Diverse Schätzungen auf Basis von Google Books landen bei aktuell dann ca. 156 Mio jemals veröffentlichten Büchern. Das ist natürlich noch weit entfernt von dem, was in den ShadowLibraries verfügbar ist, aber mit den 17-38 Mio Titeln kann man doch einen größeren Teil des Weltwissens bei sich im Keller zwischen den Konservendosen und den zerfledderten Monopoly-Spielen lagern. Und das ist irgendwie erstaunlich.

Natürlich ist das eine Milchmädchenrechnung: Wer das Weltwissen speichern will, sollte sich Gedanken über Backups machen, was die Kosten deutlich nach oben treibt. Die zum Betrieb nötige weitere Hardware kostet auch noch einiges. Kein Mensch kann in seinem Leben 38 Millionen Bücher lesen geschweige denn alle dafür nötigen Sprachen lernen. Und das alles ist natürlich höchst illegal.

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Vorsicht mit Gemeinfreiheit in 2024

Schon absurd: Dieses Bild ist mindestens noch bis 2094 urheberrechtlich geschützt, wenn ich dieses Jahr noch schnell versterbe

Es ist bald wieder Jahreswechsel und daher werden am 1.1.2024 wieder diverse Werke gemeinfrei. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers jeweils zum Stichtag 1. Januar des Folgejahres stehen seine Werke dann der Allgemeinheit zur freien Nutzung zur Verfügung. Jeder darf sie dann kopieren, verbreiten, verändern, Nachfolger schreiben, verfilmen und auch Wandtattoos daraus machen oder Klopapier bedrucken. Es gibt keinen Schutz mehr.

Aktuell werden diverse Beiträge mit den Werken verlinkt, die 2024 gemeinfrei werden und das klingt alles total interessant. Micky Maus. Bertolt Brecht. Agatha Christie. Buster Keaton. Charlie Chaplin. Oder auch Im Westen nichts Neues von Erich-Maria Remarque.

Aber: Urheberrechte funktionieren in verschiedenen Ländern unterschiedlich. Unser deutsches Urheberrecht ist leider sehr restriktiv und umfassend. Bei uns gilt sehr hart die „70 Jahre nach dem Tod-Regel“, während es in den USA durchaus aufgrund diverser Spezialgesetze gewisse Ausnahmen gilt für „x Jahre nach Veröffentlichung“. Genau diese schlagen aber hier zu und führen zu Verwirrung: Walt Disney starb 1966 und wird in Deutschland damit erst am 1.1.2037 gemeinfrei. Brecht wird erst 2027 gemeinfrei und Agatha Christie erst 2047.

Daher bitte etwas Vorsicht mit dem Teilen entsprechender Beiträge und Vorsicht bei der Nachnutzung entsprechender Werke. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die deutsche Niederlassung der Walt Disney Corporation auch weiterhin das Micky Maus-Urheberrecht hartnäckig verteidigt – inkl. dem in den USA dann gemeinfreien Steamboat Willie. Die Brecht-Erben sind bekanntlicher Weise auch sehr klagefreudig und werden sicherlich nicht freiwillig bis 2027 auf ihre letzten Tantiemen für die Dreigroschenoper verzichten. Informiert euch über die deutsche (oder eure lokale) Gesetzeslage.

Ansonsten bleibt an dieser Stelle nur wie üblich anzumerken, was für ein gewaltiger kultureller Verlust unsere aktuellen Urheberrecht-Regeln sind. Urheberrechte wurden bekanntlicher Weise geschaffen, damit Urheber von ihrer Literatur, ihren Bildern, ihrer Musik leben können. Die Idee dahinter war, dass Urheber, welche von ihren Werken leben können, dann weitere kulturelle Werke schaffen können und nicht beim Lidl an der Kasse malochen müssen. Die völlig überzogene Ausweitung auf 70 Jahre nach dem Tod hilft jetzt aber keinem – ein Walt Disney kann schlicht und einfach keine neuen Werke mehr schaffen, weil er tot ist. In modernen Sozialstaaten kann man noch nicht mal mit der Versorgung von Hinterbliebenen argumentieren – und selbst wenn, 70 Jahre nach dem Tod sind unendlich lang. In Neuseeland werden jetzt 50 Jahre nach seinem Tod die Werke von J.R.R. Tolkien gemeinfrei. Seine Frau und seine Kinder sind ebenfalls schon verstorben. Jetzt profitieren einige Enkel und diverse Rechteverwalter, die mit der Lizenz Millionen verdienen, aber wir alle verlieren – und zwar, weil es weniger Werke in Tolkiens Universum gibt.

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Schreibassistenten

Guide for Constructing the Letters r and s (1561–1596)
Joris Hoefnagel (Flemish, 1542-1600)

Deutschen Historikern wird ja gerne vorgeworfen, dass sie besonders akademisch, verkopft und unverständlich schreiben. Es ist nicht nur die Schwemme an Fachwörtern und Spezialbegriffen, hinter denen ganze philosophische Denkschulen stecken: Der Bandwurmsatz ist der beste Freund des Geschichtswissenschaftlers. In einer HSozKult-Rezension ist mir ein Satz ins Auge gefallen:

„Von den Machtapparaten des „Dritten Reiches“ bleibt hierzulande insbesondere die Hitler-Jugend auf der historischen und auf der historiographischen Tagesordnung; dabei meint „Hitler-Jugend“ (HJ) wie hier vorliegend sowohl die herrschaftspolitische Institution mit der „Reichsjugendführung“ an ihrer Spitze als auch das in ihr und von ihr organisierte Jugendkollektiv (gemeinhin „Hitlerjugend“); sie ist institutionsgeschichtlich weitgehend ausgeschrieben, dokumentiert und bekannt [1], sozial- und jugendgeschichtlich jedoch von anhaltendem Interesse.“

Ein wunderbares Wortungetüm! Mehrere per Semikolon aneinandergeklebte Sätze. Ein Satz, der einen kompletten Forschungsstand zu einem komplexen Thema wiedergeben will. Zwei Klammern und eine Fußnote mit gleich mehreren Literaturangaben mitten im Satz. Dreimal „Hitler“. In Word kopiert nimmt er mit Calibri Schriftgröße 11 ganze 6 Zeilen ein. Er enthält 64 Wörter und 551 Zeichen und dürfte als Einleitung direkt jeden, der den Text nicht aus beruflichen Gründen lesen muss, vergrault haben. Was für eine wunderbare Gelegenheit, um einmal automatische Textkorrekturdienste zu testen! Können Word, ChatGPT und DeepL Write diesen Bandwurmsatz erschlagen?

DeepL Write

Neben den bekannten Übersetzungsdiensten bietet DeepL mit Write auch einen Dienst an, der „Bessere Texte im Handumdrehen“ und „Schreiben Sie klar, präzise und fehlerfrei“ verspricht. Hier hat man Auswahl zwischen 4 verschiedenen Schreibstilen – Einfach, Geschäftlich, Akademisch, Technisch. Es ist ein akademischer Satz, daher bleiben wir mal im akademischen Stil:

„In Deutschland wird insbesondere die Hitler-Jugend als ein Machtapparat des Dritten Reiches in der historischen und historiographischen Forschung behandelt. Unter dem Begriff ‚Hitler-Jugend‘ (HJ) wird hier sowohl die herrschaftspolitische Institution mit der ‚Reichsjugendführung‘ als auch das von ihr organisierte Jugendkollektiv (gemeinhin ‚Hitlerjugend‘) verstanden. Die Institution ist weitgehend dokumentiert und bekannt [1], jedoch bleibt sie sozial- und jugendgeschichtlich von anhaltendem Interesse.“

Gut gemacht – der Bandwurmsatz wurde in drei Einzelsätze zerlegt, die nun auch besser verknüpft sind und so einen besseren Lesefluss ermöglichen.

ChatGPT

Nächstes Tool ist ChatGPT mit dem sicherlich noch optimierungsfähigen Prompt „Formuliere diesen Satz um, so dass er verständlicher wird. Behalte den akademischen Schreibstil bei“

„In Deutschland steht insbesondere die Hitler-Jugend im Fokus der historischen und historiographischen Betrachtung der Machtsysteme des „Dritten Reiches“. Der Begriff „Hitler-Jugend“ bezieht sich dabei sowohl auf die politische Institution unter der Leitung der „Reichsjugendführung“ als auch auf das von ihr organisierte Jugendkollektiv, allgemein als „Hitlerjugend“ bekannt. Obwohl die institutionelle Geschichte dieser Organisation weitgehend dokumentiert und bekannt ist [1], besteht fortwährendes Interesse an ihrer sozialen und jugendgeschichtlichen Dimension.

Auch hier: Gut gemacht. Der Satz wird in drei Sätze geteilt und alles liest sich zusammenhängender. Auffällig hier, genau wie bei DeepL: Beide Modelle schreiben vom „Begriff Hitler-Jugend“, was natürlich etwas sperrig formuliert ist. Die Hitler-Jugend ist natürlich kein Begriff, sondern eine Organisation.

LanguageTool

LanguageTool bietet in seiner „Umformulieren“-Option nur eine Vereinfachung an:

„Die Hitler-Jugend ist in Deutschland besonders wichtig. Sie umfasst sowohl die herrschaftspolitische Organisation mit der „Reichsjugendführung“ als auch das Jugendkollektiv, das sie organisiert. Sie ist immer noch sehr interessant.“

Das ist natürlich ein Griff ins Klo. Der Satz ist zwar wirklich einfacher zu lesen, aber dafür leider auch komplett falsch.

Microsoft Word

Der „Editor“ in Microsoft Word gibt einem Sprachtipps, aber hier fällt er gnadenlos durch. Er stellt natürlich fest, dass der Satz keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler enthält, aber gibt auch keine tiefergehenden Formulierungstipps. Word ist sogar der Meinung, dass der Satz „verständlich“ ist.

Fazit

DeepL Write & ChatGPT schlagen sich erstaunlich gut. Sie sind zwar noch nicht ganz auf einem Niveau, auf dem man sie wirklich unbeaufsichtigt auf seine Texte loslassen möchte, aber sie können helfen verständlicher zu schreiben. Wenn man also beruflich Texte schreibt, lohnt es sich, einmal ein paar dieser Tools auszuprobieren.

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Bekanntes

Auf der Suche nach Anzeigen für den 2024-Jahrgang der @die_reklame stellte ich fest, dass das journalistische Klagen über unfreundliche Mitmenschen und soziale Kälte jetzt dann mindestens schon 60 Jahre alt ist. Mittlerweile dürfte kaum noch einer der ehemals freundlichen Mitmenschen am Leben sein.

Quelle: Praline 21/1964 , welche damals noch eine seriöse Zeitschrift war

Den ganzen Text findet man bei Archive.org , ich kann ihn aus urheberrechtlichen Gründen nicht komplett hier veröffentlichen. Gibt es irgendwas, das man daraus lernen kann? Es ist vielleicht eine etwas zu gewagte These, aber es scheint so, dass das Klagen über eine abnehmende Höflichkeit, über Sittenverfall und schlechten Umgang eher eine Frage des Alters oder der aktuellen psychischen Verfassung der Autoren ist als wirklich in der Realität verankert. Wenn 1964 dann schon der Niedergang der Höflichkeit beklagt wird, wann soll denn diese Phase der Höflichkeit gewesen sein? In den 1950ern? In der Nachkriegszeit? Während des Nationalsozialismus? Dieses Gefühl des kulturellen und gesellschaftlichen Niedergangs taucht auch schon früher auf (siehe Spengler) und wir sehen es heute auch gerade im Gerede über „Generationen“. Dort sind die jungen Leute dann alle nicht mehr leistungsbereit, nicht mehr belastbar, viel zu fordernd, undankbar, unhöflich und so weiter. Es überinterpretiert diesen Textschnipsel höchstwahrscheinlich, aber gefühlt hat dieses Gefühl des Niedergangs etwas mit dem Altern zu tun und vielleicht ist es auch daher kein Zufall, dass entsprechende Parteien jetzt in unserer alternden Gesellschaft in genau die Kerbe keilen.

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Ein 3D-gedrucktes Mini-Gehäuse

Ein kleines Bastelprojekt: Ich habe ein Gehäuse für meine Computer gebastelt. Die Idee war, ein kompaktes, kostengünstiges und modulares Gehäuse zu schaffen, das alle Hardware aufnimmt und sich flexibel erweitern lässt. Als Basis dienen natürlich überhaupt nicht die Klemmbausteine eines dänischen Herstellers, sondern kompatible 3D-Drucke.

  • Der Rahmen wird von 26er Liftarmen gebildet. Weitere Liftarme sorgen für eine passende Höhe.
  • Zwei spezielle 26er „VESA“-Liftarme besitzen oben Noppen. Diese lassen sich so platzieren, dass sie in eine Standard 100x100mm VESA-Halterung passen, welche eigentlich jeder Thinclient auf der Rückseite hat. Auf die Weise sitzt der Rechner fest im Gehäuse, ist aber doch nicht so festgeschraubt, dass man größere Umbauten vornehmen muss, um ihn mal rauszuholen.
  • Auf einer weiteren Ebene sitzen die externen 2,5″-Festplatten in „Taco-Schalen“ und der Fritz-Repeater.
  • Die L-Connectoren kann man sich auch drucken, aber man bestellt besser welche bei AliExpress für um die 2€ für 10 Stück.

Die STL-Dateien könnt ihr euch hier herunterladen.

(Moderne Technik ist übrigens schon sehr cool: Im Foto steht neben meinem Hauptrechner dann auch mein Proxmox-Server, auf dem neben der Nachrichtensortiermaschine die Mastodon-Skripte für @die_reklame laufen sowie ein Plex-Medienserver, HomeAssistant, Nextcloud, eine KI-gestützte Balkon-Katzenerkennung und es misst auch noch die Innenraum-Luftqualität. Plus 13 TB Speicher, alles im niedriger dreistelligen Gesamtwert bei 6W-Stromverbrauch pro Rechner im Idle-Modus. Da kann man sich das mit der ganzen Cloud wirklich sparen)

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