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Pearls of wisdom

„Dos veces es belleza la belleza, y lo que es bueno es doblemente bueno, cuando se trata de dos calcetines de lana en el invierno“

„Zwei mal so schön ist das Schöne und das Gute ist doppelt gut, wenn es sich um zwei Socken aus Wolle im kalten Winter handelt“

Was Pablo Neruda in seiner „Ode an die Socken besingt, habe ich mir jetzt auf die Strümpfe gestrickt. Die Idee stammt aus einem älteren Sockenbuch, dem ich sonst nicht allzu viel abgewinnen kann. Verwendet habe ich nur die Charts und mir den dazu passenden Kniestrumpf selbst berechnet. Basis ist dunkelblaue Sockenwolle, für’s Muster ist ein Rest selbstringelnde zuständig … und bei diesem Muster buchstabiere ich beim Stricken tatsächlich vor mich hin.

Die ganze Ode findet ihr zum Beispiel hier.

Du für dich am Donnerstag, SewLaLa, WoF

Mein Portemonnaie befand sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Auflösung. Ich durchforstete also verfügbare Schnittmuster und fand natürlich keines, das meinen Vorstellungen entsprach. Wie auch, hätte ich doch gern haargenau die gleiche Aufteilung wie beim vorhandenen gehabt. Man ist ja schließlich ein Gewohnheitstier. Ich druckte mir schlussendlich eine Anleitung aus, die eine gewisse Ähnlichkeit mit meinen Vorstellungen hatte, schnitt ungefähr die Hälfte der Originalteile zu und ergänzte den Rest munter und frei Schnauze. So Fipselkram nähe ich nicht so gern, es zog sich also ein wenig, schien aber (bis auf ein wenig schief) ganz gut zu werden. Tja, der Schein trog. Das fertige Portemonnaie hatte einen entscheidenden Makel: es ließ sich nicht richtig schließen. Der Überstand für die Klappe war zu knapp. Ein wenig Abhilfe brachte das Umfädeln des Reißverschlussschiebers. Jetzt ging es zu, sah aber irgendwie bescheiden aus. Verschusseltes kreativ gerade zu biegen ist ja genau mein Ding und mit Hilfe von Nahttrenner, Reststücken und Bänderkiste fand sich eine Lösung mit der ich jetzt ganz zufrieden bin und die aussieht, als wäre das alles so geplant gewesen.

Creadienstag

Mit den ersten nassen und windigen Tage nach diesem langen Sommer entstand sofort das Verlangen nach einer Kuscheljacke, dem ich doch zu gern nachgab. Schließlich hatte die Nähmaschine schon ganz schön Staub angesetzt. Der letzte Rest eines sonnengelben Wollstöffchens und das Titelmodell der Damen-Ottobre vom Herbst schienen mir ein gutes Paar zu sein. Mit Resten ist das immer so eine Sache und natürlich war er eigentlich zu klein. Die Lösung ist eine zusätzliche Naht im größten Schnittteil, dem Vorderteil mit angeschnittener Kapuze. Das habe ich schräg geteilt, so dass da jetzt eine „Schalkragennaht“ ist, die unter der Kapuze nicht weiter auffällt.Entstanden ist ein schlichtes, kuscheliges Basisteil, welches vor allem durch die Farbe punktet und genau deshalb auch etwas schwierig zu kombinieren ist. Geändert habe ich nichts, allerdings einen zusätzlichen Bändchenverschluss auf Höhe der Kapuze angebracht, weil ich zugeknöpft manchmal lieber mag als offenherzig. Besonders gut macht sich die Jacke unterm herbstnebelgrauen Lieblingsmantel, der, obwohl ungefüttert, derzeit erste Wahl ist.

MeMadeMittwoch

Rucksäckchen

Ich habe schon viele Taschen genäht, die alle ziemlich schick, aber auch ein bisschen unpraktisch sind. Das ein oder andere Schnittmuster liegt auch noch hier, aber eigentlich benutze ich viel lieber Rucksäcke. Die gängigen Kaufmodelle sind zwar praktisch, aber meistens kein bisschen schick. Bei meiner Suche nach schick und praktisch stieß ich auf einer spanischen Seite auf den „mochila„, zwar kein ausgewachsener Rucksack, aber ein hübsches Rucksäckchen, welches für das tägliche Kleinklein ausreichen sollte. Die originelle, schnörkellose Linienführung gefällt mir gut. Eine alte Jeans und ausrangierte Kinderbettwäsche dienten als Materialspender. Die Schnallen gehörten zu Werbeschlüsselbändern. Reißverschlüsse und Gurtband sind neu. Die Jeans war leider etwas zu elastisch und ließ sich deshalb nur mittelprächtig verarbeiten, so dass das Ergebnis etwas beult. Ich gehe mal davon aus, dass sich das aushängt. Den Reißverschluss des Hauptfaches verlegte ich nach oben und ergänzte eine Innentasche. Die Träger hatte ich erst andersherum angenäht, fand dann aber Jeans auf den Schultern schöner und bis zum Entschluss, die Träger noch mal abzutrennen, hat es viel länger gedauert, als die Änderung selbst. Besonders groß ist das Rucksäckchen nicht, die Tochter benutzt ihn aber gern.

Creadienstag

MMM – Sommernäherei

Gefühlt habe ich in diesem Sommer nichts genäht … der Blick in den Kleiderschrank zeigt aber, dass da doch ein paar Sachen entstanden sind. Shirt und Hose, Rock und Kleid … also, den Vorhang richten, die Jacke ausziehen (die ist nämlich schon sehr alt) und auf zum MeMadeMittwoch:

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Für die rote Hose habe ich einen meiner liebsten Japanschnitte etwas kürzer und weiter zugeschnitten und Taschen und Bindeband ergänzt. Wem das jetzt bekannt vorkommt, eine ganz ähnliche Hose habe ich zum Sommeranfang schon mal genäht und beim letzten MMM gezeigt. Das Ringelshirt ist ein Kimonotee. Der Kreuz-und-quer-Zuschnitt war gar nicht so geplant, aber nötig, weil von den 50 cm Stoff nach dem Waschen nur noch vierzig übrig waren. Die Lösung gefällt mir richtig gut, leider läuft der Jersey weiter ein, so dass es nicht ewig passen wird. Ein leichter, dunkelgrüner BW-Stoff wurde in der letzten Woche zu einem Japankleid, schlicht, bequem und mit schönen, großen (selbst ergänzten) Taschen und damit kein Rest bleibt, pusselte ich die Schnittteile für den Rock Harlingen gleich mit auf das Stoffstück. Einfarbige Röcke mit ein bisschen Schwung sind ja nie verkehrt.

Der MeMadeMittwoch lädt zur alljährlichen Präsentation der Reisegarderobe. Da wir am liebsten abseits der Zivilisation durchs Gebirge stapfen, besteht die bei mir fast ausschließlich aus praktischen und robusten Sachen. Die Wanderhose, das Reisekleid und die Pünktchenjacke sind seit Jahren bewährt und kommen unbedingt in den Rucksack. Beim Me Made May stellte ich einen Mangel an sommerlich leichten Hosen und Kurzarmshirts fest und bin gerade dabei, diese Lücke zu schließen. Dabei entstanden diverse Shirts und eine Sorbetto-Bluse, außerdem hatte ich einen Anfall von „jetzt müssen die angebrochenen Batikfarben aufgebraucht werden“. Das Ergebnis ist ziemlich bunt …. und von der Bluse gibt es sogar schon ein Tragebild. Der Rock ist auch selbstgenäht, aber leider nicht für mich, obwohl er gut passt.Außerdem entstand eine Testhose bei der ich schauen wollte, ob sich einer meiner Japanhosenschnitte zu einer weiten wadenlangen Hose, also dem was aktuell unter Culotte vermarktet wird, verändern lässt. Eine echte Culotte bezeichnet eigentlich die klassische Kniebundhose, die weite Damenvariante hieß dann ursprünglich Jupe Culotte, also Hosenrock … Der grasgrüne Fahnenstoff ist jetzt vielleicht nicht die beste Wahl – aber mit den etwas weiteren Hosenbeinen und ein paar Zentimeter kürzer als im Originalschnitt, gefällt mir das schon ganz gut und scheint für’s Urlaubsgepäck genau richtig. Auch mitkommen darf ein neuer, kuscheliger Pullover aus einem sonnengelben Strickstoff.  Mit den überlangen Ärmeln, inklusive Daumenlöchern und der gut schützenden Kapuze kann man bei Bedarf alle Schotten dicht machen. Das wichtigste Reiseutensil sind die nigelnagelneuen Wanderschuhe, denn die alten sahen im letzten Jahr, auf der Hälfte des Rinnkendlsteigs, auf einmal so aus. Die drängendste Frage ist jetzt also: bin ich jetzt gleich tapfer und laufe die Schuhe bei über dreißig Grad ein, oder bin ich später tapfer und setze auf einen reichlichen Vorrat an Blasenpflaster … ich tendiere zu Letzterem, zumal das beim letzten Paar vor ca. 10 Jahren auch ganz gut geklappt hat. Da waren die Sohlen in der Woche vor der Tour einfach mal durchgebrochen…

Chobe-Bag

Die Chobe Bag ist eine Tasche aus einer alten Jeans, der man die alte Jeans auf den ersten Blick nicht ansieht …  genau das mag ich an diesem Schnitt (und an wiederverwerteten Sachen im allgemeinen). Den Schnitt hatte ich schon sehr lange hier liegen, die Umsetzung dauerte, bis ich über ein Geburtstagsgeschenk nachdachte. Eine ausrangierte Jeans war schnell gefunden, ein abgelegtes Hemd für das Innenfutter auch und der Mann steuerte noch ein altes Stück Kletterseil für den Taschenhenkel bei, so dass wirklich der größte Teil der Tasche aus Wiederverwertetem besteht. Alle Teile inklusive Taschenboden aus einer XS-Jeans zuzuschneiden war dann gar nicht so einfach, so dass bei der Rückseite wenig Spielraum für Aufteilung und Taschenposition blieb. Aus der Brusttasche und einem Ärmel des Hemdes entstanden Innentaschen. Für den Boden ist eigentlich Leder vorgesehen, da ich keins hatte, nähte ich ihn aus einer verstärkten und mehrfach abgesteppten Lage Jeans. Gelbe Zickzackziernähte greifen die Absteppungen der Vorderseite noch einmal auf und die ergänzten Initialen sind nicht nur meine, sondern auch die der Beschenkten. Der Henkel kommt mir etwas steif und unpraktisch vor. Vorsichtshalber habe ich den Hosenbund noch aufgehoben, um den Henkel bei Bedarf durch einen weniger schicken, praktischen Tragegurt zu ersetzen.

Creadienstag