Lichtgeschwindigkeit!

Nun ja, das ist ja doch reichlich übertrieben. Aber ich kann es fast selber nicht glauben: Ich hatte heute nicht mehr Zeit, um zu nähen, als sonst auch. Und dennoch habe ich es geschafft, das erste Weihnachtsgeschenk fertigzustellen: Einen Schlafanzug für das Prinzeßchen. Dafür hätte ich vor der Overlock vermutlich die doppelte oder sogar dreifache Zeit benötigt.

Ich habe diesmal einen neuen Schnitt ausprobiert. Zum einen, weil der Schnitt, den ich bislang für die Hosen verwendete, inzwischen nicht mehr für Junior ausreicht. Zum anderen, weil ich bei Frau Käferin darüber gestolpert bin. Nämlich den Schlafanzug Day&Night von NEmadA.

Genäht ist der Schlafanzug nun in 110/116, er dürfte somit noch zu groß sein, was aber aufgrund der Bündchen an Armen und Beinen gar kein Problem ist. Dafür paßt er dann aber auch eine Weile.

Somit können das Prinzeßchen und ich jetzt im Partnerlook schlafen.

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Geburtstag und Weihnachten zusammen

Schon lange, seit über einem Jahr, spare ich auf eine Overlockmaschine. Vor einem guten Dreivierteljahr bin ich sogar einmal losgezogen, um probezunähen, damit ich auch wußte, auf welches gute Stück ich sparen solle.

Aber es war, wie es eben so war. Das mit dem Sparen funktionierte nie wirklich. Das Geld, das eigentlich für die Overlock sein sollte, wurde immer wieder für andere Dinge angegriffen. Ein Paar Schuhe für mich oder die Kinder. Eine Zahnbehandlung (dringend notwendig) fürs Dressurpferd. Eine andere Anschaffung für’s Haus… Oder… oder… oder.

Aber vor vierzehn Tagen verblüffte mich mein weltbester Ehemann doch sehr. Am samstäglichen Frühstückstisch unterhielten wir uns über die bereits nahezu abgeschlossene Küchenrenovierung, die Planung der Badezimmererneuerung, die Photovoltaik auf dem Dach… Irgendwie sprangen wir dann zu unserem Server, dessen vier Platten inzwischen ihr Garantiealter überschritten hatten… Auf dem Server liegen alle unsere Fotos, all unsere Filme, sämtliche Erinnerungen. Es wäre gar nicht gut, würde dort etwas aus Altersgründen kaputt gehen.

Ja – und irgendwie kamen wir dann auf das Thema Overlock. Und ganz spontan meinte Schnäuzelchen, wir könnten ja mal rüberfahren in die benachbarte Kreistadt und mit dem dortigen Händler reden…

Gesagt – getan. Unglaubliche eineinhalb Stunden später war ich – zunächst auf dem Papier, denn sie mußte noch bestellt werden – glückliche Besitzerin einer Elna 664 Pro. Ich wäre ja mit der “kleinen” 664 ohne Pro zufrieden gewesen, aber Schnäuzelchen neigt dazu, Nägel mit Köpfen zu machen und als wir während unseres Aufenthaltes im Norden Ende Oktober einen Stoffladen aufsuchten, hatten ihn die Argumente der dortigen Fachfrau wohl überzeugt.

Gestern durfte ich das gute Stück dann abholen.

Beim Aufbau der Maschine kämpfte ich mit den Tücken. Tücken in Form zweier Kindernasen, die am liebsten ins Innenleben der Maschine gekrochen wären, vollkommen egal, daß Muttern da sehen wollte, wie nun welcher Faden einzufädeln sei (was zum Glück mittels anknoten und durchziehen bestens funktioniert).

Dann wurde probiert. Zunächst einfach an Reststücken, als ich dann zufrieden mit dem Aussehen der Naht war, bekamen sowohl Sara als auch Tina neue Schlafanzughosen… Logisch, daß die Kinder nun auch noch passende Oberteile dazu einfordern…

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Und dann ging’s los. Inzwischen habe ich schon ein Schlafanzugoberteil für Frau Mutter genäht, das ich Ihnen aber noch nicht zeigen kann, weil mir das Bündchen ausgegangen ist. Heute abend dann ratzfatz eine Hose für den zu Weihnachten geplanten Schlafanzug für Junior. Die zeige ich auch nicht, denn erstens ist das Oberteil auch nicht fertig und zweitens – ich wage es kaum zu sagen – ist kein Bündchen da. In diesem Fall liegt es aber nicht an “zu wenig bestellt” wie im Falle des Quiltfru’schen Schlafanzuges sondern an “vergessen, ein Passendes mitzubestellen”.

Das Fazit jedenfalls der ersten beiden Tage mit Overlock: Am längsten dauert es, das Garn zu tauschen, wenn man von Weißem auf Schwarzes wechseln muß. Genäht ist im Affenzahn.

Danke, Schnäuzelchen!!

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“Ruhiges Land”

Heute ist Buß-und Bettag. Daher gaben die Schulen im Landkreis schulfrei.

Natürlich freute sich Junior darüber. Noch mehr freute er sich allerdings darüber, daß sein neuer bester Freund ihn heute vormittag besuchen kommen durfte.

Der neue beste Freund (der alte beste Freund ist noch im Kindergarten und kommt leider dann auch in eine andere Schule, daher wird der Kontakt da wohl abreißen) ist ein sehr netter Junge, recht ruhig und das Spiel der beiden ging ohne große Reibereien ab, so lange das Prinzeßchen nicht den Treibauf gab.

Die Burschen spielten mit den Duplos und bauten sich eine Eisenbahn auf. Polizei, Feuerwehr, Tankstelle, Bahnübergang (wer sich fragt, warum Schulkinder mit Duplos spielen – wir haben einfach nicht genug Lego, damit fangen wir erst an) und was eben so dazu gehört.

Dazu gehörte auch ein Bereich namens “ruhiges Land”. “Da drüben, am Pelletofen kommt das hin”, befand Junior. So weit so gut. Es wurde gebaut, gequasselt, gebaut. Irgendwann bekam ich dann lange Ohren, als der neue beste Freund meinte : “Da kommen jetzt die Asylanten und zerstören das ruhige Land!”

Hallo?

Ich versuchte, dann einige vorsichtige Fragen zu stellen, bekam aber keine Antwort. So gar keine. Als hätte ich nicht gefragt. Hm. Dafür frage ich mich jetzt so einiges. Vor allem – warum muß man dieses Thema, was auch immer man davon hält (und oben stehende Wortwahl läßt einiges vermuten) unbedingt vor einem Sechsjährigen diskutieren? Oder hat er es einfach per Zufall aufgeschnappt? Es wäre wohl möglich, denn in seinem Dorf gibt es wohl überproportional viele Asylbewerber. Aber dennoch… Sind wir blauäugig, daß wir versuchen, diese Dinge von unseren Kindern erst mal fern zu halten? Dinge, deren Zusammenhänge sie erst mal sowieso nicht verstehen können?

Natürlich sieht Junior manche Bilder in der Zeitung und stellt Fragen dazu. Und wir versuchen auch, Antworten zu geben und ihn dabei nicht zu belügen. Aber auf der anderen Seite soll er sich doch seine unbeschwerte Kinderzeit so lang wie möglich erhalten. Finden wir zumindest.

Für Obendrüber

Junior hat immer noch Pullovermangel. [Da kommt jetzt auch noch Hosenmangel dazu, die Hosen, die ihm vor vier Wochen noch paßten, sind jetzt auch zu klein, er wächst wirklich wie Unkraut ;) ]

Daher gab es noch mal zwei klimperkleine Raglanshirts in 128. Der Sternenstoff ist schon gut abgelagert, die beiden Ringelstöffchen habe ich bei den Stoffwelten besorgt. Der Sternenpullover ist heiß geliebt und wurde schon gern getragen, während der geringelte gerade eben erst von der Nadel gehüpft ist.

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Die beiden Pullis werde ich dann mal zu HOT tragen.

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llewella:

Dem, was Eva vom Landgeflüster schreibt, ist nichts hinzuzufügen. Danke für Deine Worte!

Ursprünglich veröffentlicht auf Landgeflüster:

Und wieder ist es passiert. Dass es passieren wird, war zu erwarten, wann und wo ahnte wohl niemand. Wieder trifft es die Hauptstadt der Heimat meines Herzens. Die für mich schönste Stadt der Welt, in der wir gern wieder ein paar Tage unseres diesjährigen Weihnachtsentstressungsurlaubes verbracht hätten.

Ich bin genauso fassungslos und entsetzt wie beim letzten Mal. Die Motive für diese Anschläge finde ich krank. Nie werde ich verstehen, wie eine Person eine andere wegen seiner Hautfarbe, Religion oder seiner Überzeugung töten kann. Wie kann man einen Mensch hassen, nur weil er anders aussieht oder einen anderen Glauben hat?

Meine Worte können meinen Schmerz und meine Wut über diese Anschläge nicht ausdrücken. Ich weiß auch, das ich die Welt nicht ändern kann. Ich kann keinen Terror verhindern und kein Wort, das ich hier schreibe, wird helfen, das Unfassbare zu verstehen oder den Schmerz zu lindern. Trotzdem schreibe ich diesen Eintrag…

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Montags

… bin ich in aller Herrgottsfrühe arbeiten. Meist bis zehn, manchmal, so wie heute, aber bin ich schon gegen halb acht fertig. Wenn ich dann – so wie heute – absehen kann, daß ich sowieso nicht rechtzeitig daheim sein werde, um Schnäuzelchen beim Kinderfertigmachenundschulebringen zu helfen, dann gehe ich meistens den einen oder anderen Schatz heben.

Und ganz manchmal, so wie heute, habe ich tatsächlich daran gedacht, die Kamera mitzunehmen. Der Sonnenaufgang bei Hasberg war zwar heute nicht spektakulär, aber auch nicht ganz verkehrt.

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